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FUNERAL PRESENCE - Achatius

VÖ: 15. Februar 2019
Sepulchral Voice Records

Ich spüre eine Präsenz. Eine groteske Präsenz, die mir wage Erinnerungen an ein Debüt namens "The Archer Takes Aim" (2014) zurückbringt. Und ich bin mir immer noch nicht sicher, was mir hier die Hirnwindungen quer gebügelt hat. Aber die fünf Jahre Wartezeit haben sich gelohnt, um den kleinen Mikrokosmos Funeral Presence besser zu verstehen. Alleinherrscher Bestial Devotion (auch bei Negative Plane und neuerdings sogar mit Facebook-Seite … ui!) erzählt hier seine Sicht der Achatius-Legende. Abermals in vier Songs, die es abermals auf 48 Minuten bringen, gibt es im Grundcharakter Frühneunziger Black Metal, dessen Freigeistigkeit an heutige Vertreter erinnert, die gerne auf Ván Records veröffentlichen (und das ist kein Kritikpunkt!). Sein größter Vorteil - er lässt nur die Musik sprechen. Und die läuft mir eiskalt den Rücken runter, egal, wie viele böse und unheimliche Haken sie auch schlägt. Die Gitarrenarbeit ist eine Wucht - rasant, giftig, quirlig, filigran, schräg, präzise … und mit viel Mercyful Fate auf hohem Eigeninterpretationslevel durchsetzt. So vermeintlich durchgeknallt "Achatius" im ersten Moment auch erscheinen mag, mit jedem weiteren Durchlauf kommt seine erdige Stilistik hervor. Man verneint Ausflüge in Post Punk- oder Wave Rock-Gefilde, man braucht auch keine hübsche Optik, die an Hair Metal oder Ballerinas erinnert. Wer die hässliche Fratze des Black Metal im Herzen trägt, der kann auch mal die Glocken läuten lassen, ein Akustik-Intro im Stile von Unleasheds "Where No Life Dwells" abliefern oder eben Mercyful Fate verehren. Ein beeindruckendes Album, bei dem ich mir langfristig nicht sicher bin, ob die acht Punkte zu wenig sind. Zumindest in diesem Moment stehen sie aber felsenfest. (sw)

8/10