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GAME OVER - Crimes Against Reality

VÖ: 15. April 2016
Scarlet Records

Dass ich bei dem dritten Album der italienischen Thrasher Game Over sofort ja sagte, als ein Review anlag, hat zwei Gründe: zum ersten stehe ich auf lupenreinen Bay Area Thrash, zum anderen dachte ich mir, dass ich das Review doch recht fix hinbekommen sollte, denn ich erwartete gut produzierten und gespielten Thrash Metal, der ohne große Überraschungen auskommt. Könnte man jetzt negativ verstehen, ist aber nicht so gemeint, denn ich muss keine musikalischen Experimente haben, wenn ich ein Thrash Metal Album höre. Ein obligatorisches Gitarrenintro geht in denThrasher "33 Park Street" über, der auch gleich alles liefert, was ich mir wünsche: präzises und schnelles Riffing, sauberer Sound und Gang-Shouts. Das Gitarrenriff von Neon Maniacs habe ich mit Sicherheit irgendwo schon einmal gehört, trotzdem macht der flotte Thrasher Spaß und hätte auch von Gama Bomb stammen können und wird durch ein sehr gelungenes Solo abgerundet. "With All That Is Left" beginnt als Halbballade, um im letzten Drittel nochmal Geschwindigkeit aufzunehmen, ich bin überrascht, coole Nummer, die ich jetzt nicht so erwartet hätte. "Astral Matter" ist äußerst abwechslungsreich, schon fast progressiv, ich bin wieder (positiv) überrascht und merke, dass es hier nix wird mit fix hinbekommen. "Fugue In D Minor" ist ein 45 Sekunden langer Fun Song, "Just A Little Victory" und "Gates Of Ishtar" trudeln wieder mehr in traditionellem Fahrwasser, wobei letzterer im Refrain noch einen orientalischen Touch zu bieten hat, sehr cool. Der Titeltrack ist die längste Nummer und zieht nochmals alle Register, während die Abschlussnummer "Fix Your Brain" mit einem Hauch von Wahnsinn daherkommt. Somit haben wir es hier natürlich mit einem Thrash Metal Album zu tun, allerdings ist man bei weitem nicht so ausrechenbar, wie ich erwartet hatte. Im Gegensatz zu den zwei gelungenen Vorgängern macht man zwar (zum Glück) keine musikalischen Experimente, setzt allerdings immer wieder kleine Ausrufezeichen, die aufhorchen lassen. (tf)

7,5/10