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GEORGE KOLLIAS - Invictus

VÖ: 22. Mai 2015
Season Of Mist

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Nile-Gig in Osnabrück auf der "Annihilation For The Wicked"-Tour, auf der dem Publikum Drum-Neuzugang George Kollias präsentiert wurde. Nach dem dritten Song warf ein Zuschauer ein rhetorisches "Macht mal 'n bisschen schneller, Jungs!" in die Runde, alle hielten sich die Bäuche und insgeheim wusste jeder, dass sich Nile hier ein echtes Vieh hinter die Kessel gesetzt hatten. Drei Alben später wissen eigentlich alle, dass Kollias nicht nur ein Haudrauf-Speedfreak ist, sondern sehr wohl auch ein versiertes Händchen führt. "Invictus" zeigt das noch mehr auf, hat der Grieche nämlich alle (!) Instrumente selbst betätigt. Selbstredend, dass er seine Fähigkeiten dazu nutzt, um ein Death Metal-Powerpaket einzuzimmern, welches nicht unweit seines Arbeitgebers Nile und Artverwandtem wie Behemoth rangiert. Nur hat er die exotischen Melodieführungen und speziell den irrwitzigen Technikbereich fast ausgeklammert, so dass man "Invitus" quasi als verdammt straight bezeichnen kann. Jedoch … nur Vollstoff und irgendetwas Langsames mit Doublebass, damit es amtlich walzt, wird auf die Dauer auch langweilig. Gerade wenn sich Riffing-mäßig fast alles auf ausgelatschten Pfaden bewegt. Die Riffs ähneln sich in ihrer Machart einfach zu stark. Da hilft es auch nicht viel, dass Kollias eine ganz vernünftige Death Metal Stimme hat und auch ziemlich flinke Flitzefinger-Soli spielen kann. Ideen/Songwriting-technisch mag er mit seinen Kollegen Sanders und Toler-Wade bei Nile gut funktionieren, aber im Alleingang wird aus "Invictus" leider "nur" percussionistisches Fratzengeballer auf amtlichem Blast-Death-Fundament ohne überraschende Höhepunkte … außer man ist halt ein Drummer. (sw)

7/10