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GHOST BRIGADE - Until Fear No Longer Defines Us

VÖ: 19. August 2011
Season Of Mist

Nach dem überragenden "Isolation Songs" (2009) habe ich dem neuen Album der finnischen Düsterheimer von Ghost Brigade schon sehnlichst herbeigefiebert. Was den Hörer auf "Until Fear No Longer Defines Us" erwartet, ist von solch immens großer Intensität, dass sich nur schwer Worte dafür finden lassen. Auch wenn es scheinbar kaum möglich erscheint, aber im Vergleich zum Vorgängeralbum ist man noch trauriger, melancholischer, tiefgründiger und faszinierender geworden. Das Wechselspiel zwischen Depression und Dunkelheit, sowie Licht und Hoffnung ist diesmal noch packender, mitreißender und faszinierender. Gleich das eröffnende und rein akustisch gehaltene "In The Woods" sorgt für schaurig-schöne Gänsehaut, während das darauf folgende "Clawmaster" mit massiven Death-Growls startet, um dann kurz darauf wieder in Melancholie zu verfallen. Und genau dieses Wechselspiel zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album und lässt mich für eine knappe Stunde fast völlig abschalten und mit geschlossenen Augen vor mich hin träumen. Zwischen Schwermut, höchst packenden und aggressiven Passagen bis hin zu zerbrechlichen Parts bauen die Finnen um Sänger Manne Ikonen ein solch großartiges Soundgerüst aus "Post-/Progressive Rock trifft auf Doom-/Death Metal", dass ähnlich gelagerte Bands geschlossen einpacken können. Hier treffen die besten Momente von Paradise Lost, Amorphis, Long Distance Calling und Opeth auf Katatonia und My Dying Bride. Alleine die Intensität beim fast 7-minütigen "Chamber" ist fast schon beängstigend und nichts für Leute mit Suizidgefahr. Ein nahezu perfektes Album - nicht bloß zum Anhören, sondern zum Erleben, Genießen, sich fallen lassen und abschalten. Der perfekte Soundtrack für den bevorstehenden Herbst. Ganz großes (Gefühls-)Kino! (maz)

9/10