Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

GOAT EXPLOSION - Rumors Of Man

VÖ: 16. Juli 2018
Into Endless Chaos Records

Leipzig ist die Stadt der Musik. Mendelssohn, Bach, das Gewandhausorchester und jetzt: Ziegenexplosionen. Die Jungs von Goat Explosion machen mit "Rumors Of Man" ihren ersten Aufschlag nach dem Demo von 2016. Mit dabei ist Seitz an den Drums von Division Speed und Franz Hornoff an der Gitarre, ehemals bei den Black Metallern von Vidargängr. Die Gruppe bringt also nicht nur große musikalische Erfahrung mit, sondern hat auch persönliche Einflüsse aus den unterschiedlichen Genres. Und das hört man auf "Rumors Of Man". Die Platte hat den dunklen Spirit von King Diamond, fettes, bassiges Riffing und einige Ambient-Einflüsse. In Kurz: "Rumors Of Man" ist schwer zu beschreiben. Und nur so viel vorweg: "unkonventionell" ist nicht immer ein Qualitätsmerkmal.
Der Opener "Wandering Spectre" ist noch ziemlich klassischer Stoner Rock, überwabert mit der okkult-anmutenden Stimme von Basti, den die ganz großen Bass- und Sludge-Nerds unter uns vom Musikprojekt Down On My Knees I'm Weak kennen könnten. Auch bei "Vulgar Saints" hört man deutlich Stoner-Untertöne, die aber im Laufe der Platte nach und nach verschwinden. "If Crimson Was My Tower" wird schon deutlich epischer, mehr in Richtung Candlemass und Manilla Road, allerdings moderner und sehr "glatt" produziert. Wie gesagt, unkonventionell, aber irgendwie das "nicht-straight-unkonventionell". Hört man die Platte öfter, hilft das nicht, ein Soundkonzept zu erkennen - ich zumindest finde keins. Das bedeutet nicht, dass kein guter Vergleich mit anderen Bands zu finden ist, denn das ist keinesfalls nötig oder sinnvoll, um ein Album zu bewerten.
Auch der Titeltrack in der Mitte der Platte hebt sich kaum ab - und das wird jetzt auf dem Rest des Tonträgers zum Problem. Zwar haben die Songs unterschiedliche und durchaus interessante Intros, bleiben aber spätestens auf der zweiten Hälfte eher ideenlos. So plätschern die Riffs 44 Minuten dahin und zurück bleibt … wenig. Der eigene Sound ist löblich, weil kaum Musik-Klischees aufkommen. Aber insgesamt fehlen die Impulse, um sich ernsthaft in einer gigantischen Musiklandschaft hervorzutun. Ein paar lobende Worte zum Ende: Das Artwork vom brennenden Rom ist super und passt gut zum langen Schatten von Candlemass, der sich zwar über die Platte wirft, an den "Rumors Of Man" aber leider nicht herankommt. Irgendwo zwischen Doom, Stoner und traditionellem Heavy Metal liegt hier ein Mittelmaß, das man hören sollte, aber nicht mögen muss. (jh)

6/10