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GOATHAMMER - Ceremony Of Morbid Destruction

VÖ: 07. Dezember 2018
Hells Headbangers

Dass Kanada langsam nachzieht, wenn es um Bands im Bereich Black und Death geht, ist nicht verwunderlich. Jedenfalls wenn die These stimmt, dass deswegen Skandinavien der Mittelpunkt des Black und Death Metal ist, weil die winterliche Dunkelheit bei gleichzeitig einer durchschnittlich sehr hohen menschlichen Entwicklung (HDI-Index) die besten Bedingungen dafür bietet.
Für Goathammer ist es die erste Full-length. Unter Kennern dürfte die auf 100 Stück limitierte Split mit Druidus aus dem 2014 zumindest als mp3-Datei bekannt sein.
Bei Goathammer kommen die starken 90er-BM-Einflüsse deutlicher zutage, als am Anfang zu erahnen, erwartet man doch eher bestialisches Archgoat-Geknüppel. Eine sehr positive Überraschung, denn Goathammer heben sich genau dadurch in ihrem Genre ab, werden zugänglicher, ohne an Durchschlagskraft zu verlieren. Gerade "Astral Crucifixion" ist ein wahres Schmankerl. Mit ausgefeiltem Spannungsbogen, innovativen, trotzdem widerlich-kantigen Riffs. Schnörkellos? Von wegen! Allerdings sticht "Astral Crucifixion" auf der Platte schon recht weit heraus. Zwar schaffen es Goathammer, diese brutal-ritualistische Atmosphäre wie auch Archgoat oder Judas Iscariot heraufzubeschwören. Andererseits scheitern sie am qualitativen Ende doch an ihren Vorbildern und an dem großen, großen Schatten, den die Genre-Überväter und Landsleute von Blasphemy über sie werfen. Andererseits: Nicht jede Band kann der neue Gold-Standard des Genres werden und was Goathammer hier an gut geschriebenen Tempowechseln und schmackhaften Mid-Tempo-Walzen zwischen dem Geknüppel liefern, ist einfach solide. Songs wie "Sempiternal Holocaust" mit herrlich-fuzzig-dreckigen Riffs zeigen das Potential der Band, das aber ansonsten nur selten durchscheint.
Zu kritisieren ist außerdem die verwunderlich höhenlastige Produktion des Schlagzeugs. Zwar geht "Ceremony Of Morbid Destruction" nur 40 Minuten, trotzdem sind die Bestial-BM-Ohren danach etwas irritiert. Das Crash-Becken frisst sich in die Ohren, wie der kanadische Winter und kommt nicht selten zum Einsatz. Insgesamt ist "Ceremony Of Morbid Destruction" straight und unkompliziert wie das Album selbst, zusammengefasst: Eher gute Mittelklasse. Fans von Blasphemy, Archgoat, Judas Iscariot, aber auch früheren 90er-Immortal wird es aber auf jeden Fall gefallen. (jh)

7/10