Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

HAEMORRHAGE - We Are The Gore

VÖ: 06. Oktober 2017
Relapse Records

Die Mitglieder von Haemorrhage sind richtig fleißig. Seit der Bandgründung im Jahre 1991 hauen sie am laufenden Band Splits und EPs raus und ab und zu knallen sie dem geneigten Hörer auch mal eine Vollzeitscheibe an den Latz. "Hospital Carnage" hieß die letzte und kam 2011 raus. Nun ist es wieder so weit und "We Are The Gore" fetzt 14 Songs in 35 Minuten aus den Boxen. Wer Haemorrhage's Musik trotzdem noch nicht kennt, könnte bei dem netten Cover (ein ziemlich übel aussehender Chirurg, ein Fleischer mit Kettensäge, eine Dame mit Holz vor der Hütte und einige weitere sympathische Gestalten nehmen den Betrachter auseinander) und dem Titel auf die Idee kommen, dass hier nur stumpfe Prügelei angesagt ist, dass ist aber überhaupt nicht der Fall. Natürlich wird ordentlich geballert und der Schlagzeuger malträtiert sein Instrument wo es nur geht, der Gesang ist derb, kraftvoll und rotzig, aber die Gitarre frimmelt manchmal geradezu Rockiges raus und einige feine Frickeleien sind ebenfalls angesagt. Außerdem gibt es angemessen oft gelungene Breaks und Tempowechsel (so von ganz schnell zu schnell) in den Songs. Die Intros sorgen zudem für Abwechslung, beim Lied "Gore Gourmet" zum Beispiel, sehe ich mich irgendwie in einem ziemlich gruseligen Restaurant sitzen. Mein Highlight auf dieser Scheibe ist "The Cremator's Song", weil die zweistimmigen Vocals besonders gut zur Geltung kommen, Power und fies von hinten, besser geht's nicht. Die Mucke der Spanier geht richtig gut ins Ohr, giftig und brutal, aber eben auch melodisch und vielfältig. (st)

8/10