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HAMMERFALL - Threshold

VÖ: 20. Oktober 2006
Nuclear Blast

Hammerfall die Sechste. Was so manchen Metaller in Angst und Schrecken versetzt, ist für den geneigten Accept-Deutsch-Metal-Fan immer wieder eine Wohltat. Hammerfall dürfen das, sie haben schließlich vor neun Jahren mit dieser Retro-Welle angefangen und sind so ziemlich die Einzigen, denen ich dieses "Image" auch abkaufe.
An Kracher wie "Glory To The Brave" oder "Crimson Thunder" kommt "Threshold" zwar nicht ganz heran, ist aber im direkten Vergleich nicht nur aggressiver als der Vorgänger, sondern auch ernsthafter - im Hammerfall'schen Rahmen. Allein die Single "Natural High" ist ein Lehrstück dafür, wie man heutzutage Accept mit Helloween kreuzt, ohne sich dabei lächerlich zu machen. Auch der Double-Bass-Hammer "Shadow Empire" ist als Gutes Beispiel zu nennen, nicht zuletzt weil er mit einem Augenzwinkern sogar Anleihen aus den eigenen Reihen hat (remember "The Metal Age"?). Auffällig ist, dass dieses Mal kein schneller Song in Stile "Heeding The Call" vertreten ist, dafür aber das dynamische Instrumental "Reign Of The Hammer". Ebenso gibt es auch keine reinrassige Ballade. Im Gegenzug sind "Rebel Inside" und "Dark Wings, Dark Words" zwei getragenere Semi-Akustik-Songs mit etwas mehr Tiefgang. Das alles zusammen sorgt dafür, dass "Threshold" ein ziemlich homogenes Album geworden ist und die Band sich (wie eigentlich immer) sich hinter niemandem zu verstecken braucht. Sie zählen ja schon zu den Größeren. Zu den Großen reicht man aber noch nicht, auch wenn ich immer wieder das Gefühl habe, dass Sänger Joacim Cans vor den Aufnahmen ein bisschen zuviel Saxon gehört hat!? Wäre das nicht mal ein Duett wert?
Bei Hammerfall kann man jedenfalls nichts verkehrt machen, und das Album ist ein guter Appetitanreger für die kommende Tour der Schweden Anfang nächsten Jahres. Das wird ein Spaß! (sw)

8/10