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HERETIC - Underdogs Of The Underworld

VÖ: 01. Juli 2016
Ván Records

Heretic - die einen feiern sie als eine der authentischsten und kompromisslosesten Metalbands unserer Zeit, die anderen finden sie einfach nur lächerlich. Sicherlich ist das Image der Band und das rein äusserliche Auftreten Geschmackssache. Musikalisch muss zugegeben werden, dass die Jungs es schaffen, sich von anderen Bands gehörig abzusetzen. Gemeint ist nicht die Virtuosität, sondern alleine der Fakt, dass sich nur schwerlich Genres für Heretic finden lassen. Black Metal? Punk? Thrash? Ist es der "Metalpunk", der in Verbindung mit Bands wie Gehenna und Midnight und manchmal auch mit einigen Alben von Darkthrone fällt? Denn Heretic klingen wiederum wie keine dieser Bands, dennoch kommt die Bezeichnung am ehesten an den Stil der Niederländer heran. Die Band selbst beschreibt es als "Motörhead and the Misfits have an illegitimate son".
Mit "Underdogs Of The Underworld" liegt nun schon die fünfte Platte der Punks vor und die pure Energie dieser Scheibe ist erneut beeindruckend. Der Opener "Burn The World" kommt noch ein wenig stolperig und beinahe sperrig daher, aber spätestens bei "Blitzkrieg In Black" überkommt den Hörer ein unerklärlicher Durst nach Hopfengetränken und Patronengurten. Die Platte macht schnell süchtig, hat mit "Hellbound Doomslut" vielleicht noch einen kurzen Durchhänger, ist aber ansonsten ein Feuerwerk des dreckigsten Metals. Die Produktion ist ungeschliffen und ohne Weichspüler, passend zu den Songs. Das Artwork ist schlicht hässlich, erinnert farblich und stilistisch ein wenig an die Misfits und passt demnach ebenso. An diesem Stück Metal gibt es schlicht wenig auszusetzen. Vielleicht sitzt nicht jedes Riff exakt da, wo es sollte - was soll's? Es passt zur Band und stört den Fluss des Songs nie. Es sind auch keine ausgefeilten Kompositionen auf der Scheibe zu finden, aber jeder, der sich diese Platte kauft, weiß, dass er nicht Dream Theater kauft. Und dann wieder muss man fragen: Ist es nicht eine überaus wertvolle künstlerische Leistung, heute noch einen Sound zu produzieren, der kaum mit anderen existierenden Bands vergleichbar ist? Und das schafft "Underdogs Of The Underworld" sogar noch mehr als vorherige Werke der Band. (jh)

9/10