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HEXX - Quest For Sanity/Watery Graves (Re-Release)

VÖ: 23. Februar 2018
Vic Records

"Was tun?" sprach Zeuss. "Die Götter sind besoffen, der Olymp ist vollgekotzt."
Ähnliches dürfte den Jungs von Hexx Ende der Achtziger durch den Kopf gegangen sein, als ihre beiden ersten Scheiben "No Escape" (1984) und "Under The Spell" (1986) nicht ansatzweise den erhofften Zuspruch bekamen, die Thrash Metal-Welle anrollte und sie ja auch noch nicht wussten, dass man sie im Untergrund für diese beiden Alben immer geliebt hat. Mit der 1988er EP "Quest For Sanity" entschied man sich für die Angleichung an genannte Welle, was mit den fünf Songs zwar rabiat und entsprechend brutal funktionierte, sich aber in Sachen Qualitätsgehalt leider nicht mit den damals herrschenden Platzhirschen messen konnte/brauchte. Entsprechende Zeitzeugen-Reviews aus der Zeit habe ich mal unter die Lupe genommen und sie gleichen sich stark mit dem, was ich hier höre. Vordergründig riffig, mit Reibeisen-Shouting (mit ganz leichter Kreator-Kante) und einer rhythmischen Arbeit, die mir schon bei Atrophy nicht ganz gefiel.
Ob Hexx mit der darauf folgenden "Watery Graves"-EP (1990) versuchten, den Brückenschlag zwischen alten, zurückgebliebenen und neuen, angepeilten Fangruppen zu machen, kann ich nicht behaupten. Auffällig ist aber, dass mit dem Titelsong erst mal ein guter Thrasher eröffnet und man die beiden Bandklassiker "Edge Of Death" und "Under The Spell" nun in das neue, harte Gewand packte, was an sich ziemlich gut funktionierte, aber auch zeigte, wie die Songs der ersten beiden Scheiben auch als Thrash-Version den neuen Songs überlegen waren. Und auch das war nur ein Übergang zum 1991er Album "Morbid Reality", welches recht progressiven Death/Thrash lieferte. Alles Zeitdokumente einer Band, die sich - zur Freude der Fans der ersten Stunde - im letzten Jahr mit einem fantastischen "Wrath Of The Reaper" zurückmeldeten und Thrash und Death zurückließen.
Lustiges am Rande: Bei meiner Zeitzeugen-Recherche stieß ich auf ein altes Review aus einem sehr namhaften deutschen Magazin, in dem die Songs "Edge Of Death" und "Under The Spell" von "Watery Graves" als weitaus besser beschrieben wurden, als die "Quest For Sanity"-Songs … welch Ironie. (sw)

7,5/10