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HEXX - Wrath Of The Reaper

VÖ: 15. September 2017
High Roller Records

Auch wenn mir der KIT-Gig von Hexx im Jahr 2014 nicht in allerbester Erinnerung geblieben ist, war mein erklärtes Ziel, ihre beiden US Metal Scheiben "No Escape" und "Under The Spell" genauer zu studieren. Ich empfehle dazu das 2016er rundum-sorglos Re-Release von Metal Blade, welches ich aber immer noch nicht durchgearbeitet habe …
… vielleicht macht das den Einstieg in das Comeback-Album aber auch leichter. Denn was ich auf "Wrath Of The Reaper" höre, scheint mir genau der US Metal (mit seinen Speed- und Thrash-Farbtupfern) zu sein, den die Fans der beiden genannten Alben hören wollen. Ob es ein Comeback nach Maß ist, sollen Zeitzeugen entscheiden. Der Opener "Macabre Procession Of Spectres" ist aber schon mal ein Aufmerksamkeitserreger und dann geht es in meinen Ohren schon Schlag auf Schlag. Das flotte "Screaming Sacrifice", der Midtempo-Galopper "Slave In Hell", dann mein Überflieger-Doppel aus "Swimming The Witch" (betonharte Strophen für den geneigten Headbanger, wenngleich im Refrain die letzte Konsequenz fehlt) und "Dark Void Of Evil" (geile Stop and Go-Dynamik mit hypnotisierenden Strophen), wieder was Flottes mit "Unraveled", ein vielleicht zu grooviges (?) "Voices" (macht aber trotzdem Laune) und das rabiate "Exhumed For The Reaping" - jau, die Packung kann ich mir fast jeden Tag geben. Nur hinten raus lässt die Qualität leicht nach, was leider auch für den CD-Bonustrack "Certificate Of Death" gilt. Tatsache ist aber, dass die beiden verbliebenen Urmitglieder Dan Watson und John Shafer mit ihrer aktuellen Truppe ein sattelfestes Album rausgehauen haben, welches mich charakterlich etwas an das aktuelle Grim Reaper-Album erinnert. Neben den schneidenden Gitarren ist übrigens Sänger Eddy Vega ganz klarer Chef im Ring. Solch eine Reibeisenstimme (die ich beim ersten flüchtigen Hören fast als weiblich abgestempelt hätte!) ist mir noch nicht untergekommen. Faszinierend, wie er die im Griff hat und den Hörer mit seiner glasklaren Aussprache in den Bann zieht (#Überflieger-Doppel).
Also noch mal: Comeback nach Maß - Zeitzeugensache. Starkes Album, welches gerne regelmäßig gehört wird? Zu Neudeutsch: Aber sowas von! (sw)

8/10