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HITTEN - Twist Of Fate

VÖ: 14. September 2018
High Roller Records

Hitten sah ich vor über zwei Jahren mal beiläufig und war erst mal positiv überrascht, so dass ich mir den Namen sofort gemerkt hatte. Das Riot-Cover "Warrior", welches an dem Abend ebenfalls geboten wurde, stand den Spaniern auch gut zu Gesicht. Dass mich ihr drittes Album "Twist Of Fate" aber dermaßen umhauen würde, kam völlig unerwartet. Das Album hat wirklich alles, was es für ein (ja, fast schon Genre-definierendes) Album braucht. Man findet hier alles, von englischen Initiatoren (klar: Iron Maiden, Judas Priest, Saxon) zu amerikanischen Perlen (Metal Church oder auch Fifth Angel) mit einer Armada von einprägsamen Melodien (Flitzfinger-Soli, Twin-Guitar-Armageddon), die aufgrund der amtlichen Grundhärte eben mehr den Riot-, als den Euro Metal-Faktor haben. Triefenden Kitsch werdet ihr hier nicht finden, sondern zu jeder Zeit Headbanger-kompatibles Futter. Neu-Sänger Alex Panza - seit 2017 an Bord - scheint eine enorme Bereicherung zu sein, seinen Vorgänger Aitor hatte ich von besagtem Gig nicht so stark in Erinnerung. Alex hat die gesamte Palette drauf, um z.B. auch ein Riot-Album einzuträllern. Was man der Instrumental-Fraktion übrigens auch attestieren kann.
Die Songs? Allein der Einstieg ist perfekt inszeniert. Der Opener "Take It All" ist mal kein einsteigendes Überschallgeschoss (wie man das bei Alben dieser Coleur "gewohnt" ist), sondern rollt mit treibender Doublebass über die Nackenmuskeln. Die sind dann für den nächst höheren Gang "Final Warning" bestens aufgewärmt und beim Titelsong sind alle Leinen los. In der Mitte bleibt das Tempo eben genau mittig, bevor "Rocking Out The City" (ja, die "Rock, Rock"-Shouts sind doch kitschig …) vor dem getragenen Finale "Heroes" noch mal richtig Dampf ablässt.
Jetzt noch die Frage zum Thema "drittes Album": make it or break it? Ich tendiere schwer zu Ersterem! Trotz Veröffentlichungsflut wird man sich beim Jahresrückblick an "Twist Of Fate" erinnern und dadurch auch noch länger. (sw)

8,5/10