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HÖLLENLÄRM - Zeit zum wieder Aufstehen

VÖ: 20. September 2013
Remedy Records

Nach diversen Durchläufen des Debütalbums "Zeit zum wieder Aufstehen" des hessischen Trios Höllenlärm, komme ich einmal mehr zu dem Ergebnis, dass ich kein allzu großer Freund der Böhsen Onkelz bin. Ich habe nun definitiv nicht pauschal etwas gegen Deutschrock, aber wie es besser geht, zeigen u.a. Betontod oder selbst die Labelkollegen von Drunken Swallows. Höllenlärm klingen so plakativ, banal und offensichtlich nach den Onkelz, dass man diesem Album eigentlich kaum etwas Positives abgewinnen kann. Vor allem Sänger/Bassist Marco Proßdorf, der auch noch bei den Prolligans und Guhten Kumpelz aktiv ist (zwei Bands, die ich aufgrund ihres blöden Bandnamens schon gar nicht kennen möchte), klingt fast wie ex-Onkel Kevin Russell zu seinen besseren Zeiten. Da kann sich der beiliegende Infotext noch so sehr mit diversen Einflüssen schmücken (Street Core, Motörhead, usw.), Höllenlärm lassen leider jeglichen Hauch von Eigenständigkeit vermissen. Und wenn man sich schon in den Kreis der unzähligen Onkelz-Klone einreiht, dann muss man sich natürlich auch mit den Originalen messen lassen und die auf "Zeit zum wieder Aufstehen" gebotenen Songs hätten die Onkelz nicht mal als B-Seiten-Sammlung veröffentlicht. Das ist wirklich ganz einfachstes Deutschrock-Niveau, ohne, dass auch nur ein einziger Refrain zündet - im Gegenteil: Zeilen wie "Wir sind die Deutschrock Rock'n'Roller" sind eher zum Fremdschämen.
Die Zielgruppe wird's ab 1,0 Promille vermutlich abfeiern. (maz)

5/10