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HORRENDOUS - Idol

VÖ: 28. September 2018
Season Of Mist

Wenn es den Begriff "Kopfhörer-Death Metal" geben sollte, trifft er wohl auf das neue Horrendous-Album zu. Auf diese Weise kann man den songwriterischen Hakenschlägen der US Boys am besten folgen und fängt dann auch an, die musikalischen Reisen in sich aufzunehmen und zu genießen. Vorausgesetzt, man ist auch wirklich hundertprozentig bei der Sache. Wer die Vorgängeralben "Anareta" oder "Ecdysis" kennt (und liebt), weiß das. Auch, dass hier wirklich anspruchsvoll zu Werke gegangen wird und die Band meilenweit davon entfernt ist, nach progressiven Koryphäen wie Obscura oder Beyond Creation zu klingen, von verknoteten Math-Studenten ganz zu Schweigen. Horrendous sind da eher wie Brüder im Geiste mit späten Death/Control Denied. Nur, dass ihre Songs einen Startpunkt haben, eine Reise antreten und nicht zurückblicken. Währenddessen kann man viele schöne, ruhige, aggressive, bedrohliche, schmeichelnde Momente erleben. Man muss sie nur einfangen, bevor sie wieder entschwinden. Und in Songs wie "The Idolater", "Golgothan Tongues" oder "Obolus" kann man richtig eintauchen. Spätestens seit "Stillborn Gods" vom letzten Album "Anareta" frage ich mich eh, wie viel progressiven US Metal diese Jungs noch im Stande sind in ihren Sound zu integrieren, ohne den harten Death Metal zu vernachlässigen. Horrendous sind ein faszinierendes Beispiel dafür, was alles noch möglich ist und trotzdem wage ich es weiterhin nicht, mehr als acht Punkte zu geben. Ich wünschte, sie würden ihre Augen- und Weltenöffner-Momente öfter mehr atmen lassen. Plakative Hooklines brauche ich da gar nicht. Ich glaube, da geht bestimmt noch viel, viel mehr.
Und bis zu dahin gilt: Ist es Death Metal? Ist es Prog? Ist es US Metal? Nein, es sind Horrendous! (sw)

8/10