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I.M.NAIL - Hyena Sunrise (EP)

VÖ: Juni 2013
Bladebeat Records

Das Motto der neuen Koblenzer Band I.M.nail lautet nicht "Metal up your ass!", sondern "Metal up your bones!" - denn der etwas ungewöhnlich erscheinende Bandname ist nichts weiter als die englische Abkürzung für "intramedullary nail" = Marknagel - einem medizinischen Produkt, das zur Fixierung von Knochenbrüchen ins Innere des Knochens eingesetzt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass es nach dem Genuß der EP "Hyena Sunrise" - außer den üblichen Nackenschmerzen - zu keinen größeren Verletzungen kommt.
Nach dem ersten Durchlauf der sechs Songs in rund 28 Minuten, steht mir zu Beginn gleich ein skeptisches Fragezeichen im Gesicht. Wie soll man diese EP nur halbwegs nachvollziehbar in Worte fassen? Weitere Recherchen helfen mir bei dieser Frage auch nicht wirklich weiter. Die Band selber gibt als Einflüsse auf ihrer Facebook-Seite solch illustre Namen wie Queens Of The Stone Age, Pantera, Hellacopters, Incubus, Iron Maiden, Muse, Dredg, Mastodon, Karnivool und Korn an. Eine Sammlung zweifeslfrei hochkarätiger Bands, die die Musik von I.M.nail dann doch recht gut beschreibt: Alternative Metal - der trotz eines gewissen Grundschemas, recht abwechslungsreich ist. Einzelne Songs miteinander vergleichen zu wollen, ist fast nicht möglich. Die Drums erinnern vom Sound her ein bisschen an Metallica's "St. Anger", fast jeder Songs bietet ein paar wirklich gute Riffs und Soli und die leicht heiseren Vocals von Fronter Mike Klockner würden auch wunderbar zu einer reinen Hardcore-Band passen. Hin und wieder kommt eine Gastsängerin zum dezenten Einsatz (wie z.B. im wirklich guten "Angel Amputee"), während mir "Under The Gun" zwischenzeitlich irgendwie sogar Megadeth ins Gedächtnis ruft. "Hyena Sunrise" ist meist thrashig und groovig, wirkt dabei ziemlich roh und erdig und versprüht eher authentischen Underground-Charme, als sich an irgendwelche modernen Trends anzubiedern.
Für ein erstes Lebenszeichen ist "Hyena Sunrise" durchaus gelungen. Songwriting und Produktion/Klang sind gut, aber auch ausbaufähig - wenn man sich hier zukünftig steigern kann, könnte das irgendwann mal erscheinende Debütalbum eine recht amtliche Angelegenheit werden. (maz)

6,5/10