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I SCREAM FOR ICE CREAM - Welcome To Megalon

VÖ: 08. März 2014

Hach ja, der Frühling ist da, die Temperaturen steigen und so manch einer sehnt sich schon nach einem schönen kalten Eis. Nicht ganz so kalt, aber trotzdem zum genießen, ist die neue Platte von I Scream For Ice Cream die unter dem Namen "Welcome To Megalon" daherkommt. Genremäßig sind wir hier wieder in den verwinkelsten und verwirrendsten Gängen des großen Musiklabyrinthes unterwegs. Ich weiß noch, wie wir vorbeiliefen am Metalcore, auch Trancecore haben wir lange hinter uns gelassen. Nachdem wir in die Pop-Sackgasse kamen, sind wir beim Banjo-spielenden Country links abgebogen und stehen nun hier: "Disco-Bum-Bum-Core" sagt uns das Schild, welches zu Füßen des Albums prangt. So zumindest betitelt sich die Band selbst und ziert sogar ihre Shirts mit diesem Schriftzug. Was kann man also von einer solchen Musikcollage erwarten? Wer schon in die "Delicious"-EP der Jungs reingehört hat (ist zum freien Download online auf der Bandseite) der mag schon eine Ahnung haben, wie die Band ihr makaberes Spiel mit den Instrumenten treibt. Elektronische Sounds dominieren durchgehend die Song-Landschaft, Shouts sind auserkoren zum permanenten lyrischen Vertrieb und die Instrumente speisen dabei Einflüsse aus den unterschiedlichsten Quellen mit ein. So bleibt es nicht beim reinen Breakdown an Breakdown "Geklatsche", sondern man wechselt permanent mit Stimmungen und erweitert in jedem Song noch einmal die musikalische Bandbreite. Vom erwähnten Banjo, über Chor-Gesänge und Frauen-Gesang (der aber leider vollkommen unpassend wirkt), ist kein Song wie der andere, aber dennoch jeder vom Stile her klar I Scream For Ice Cream. Die Shouts von Sänger Krebo sind durchgängig stark und verständlich, lediglich die "unverzerrten" Sprechparts wirken sehr dissonant und sollten lieber außen vor bleiben, um den Songs einen Gefallen zu tun. Doch ansonsten wirken die Songs absolut stimmig und auch nach stundenlangem Durchhören entdeckt man immer wieder Kleinigkeiten in jedem Song, so dass die Songs zu keiner Zeit langweilig werden. Das Glanzstück des Albums ist ganz klar Titelsong "Megalon", der mit starkem Elektro-Gedresche voll auf Angriff geht, dann aber gegen Mitte einmal sehr ruhig und atmosphärisch wird, nur um dann noch einmal voll aufzudrehen. Das bei so viel Varietät nicht jedes Experiment gelingt, ist klar, doch für alle, die harten Metalcore mit einer großen Menge "Disco-Bum-Bum" wollen, bieten I Scream For Ice Cream mit "Welcome To Megalon" eine starke Platte mit innovativen Ideen. (zeo)

8,5/10