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IMMORTAL - Northern Chaos Gods

VÖ: 06. Juli 2018
Nuclear Blast

Welcher Fan extremer Klänge hat nicht erwartungsvoll auf die Rückkehr der Eiskönige (nein, nicht Disney) gewartet?! Wenn eine Band sich von so einem Frontmann wie Abbath trennt, kommt schnell die Frage auf, wie sie dies verkraften könnte. In absoluter Konsequenz wagte man einen sehr mutigen Schritt und Demonaz himself griff sich das Mikro und das zeugt von verdammt hohem Selbstbewusstsein, war Abbath doch mehr als nur irgendein Sänger, wenn auch nicht immer unumstritten (live viel Comedy, was auch mich persönlich doch etwas nervte). Und was soll ich sagen: Immortal haben alles richtig gemacht! Innerhalb von Sekunden zünden die Norweger völlig unbeeindruckt den ersten Blizzard und sorgen direkt für Permafrost auf der kompletten Frontlinie. Schlag Nummer Zwei ("Into Battle Ride") geht da direkt hinterher und gibt allen Zweiflern den Rest. "Gates To Blashyrkh" startet gedrosselt (typische Akustik), schwebt wie ein alles erstickender Nebel über den Hügeln des ewigen Eises und kommt mit sehr überraschendem, bockstarkem Mittelteil. Der nächste Batzen heißt "Grim and Dark" und dazu muss man auch nicht mehr hinzufügen. Tempo auf Angriff, etwas auf die Bremse und dann tonnenschwer zum nächsten Wutausbruch. "Called To Ice" marschiert recht simpel geradeaus und lässt das Niveau diese Comebacks leicht herabfallen. Aber dann ... "Where Mountains Rise" ist eine triefend-schwarze Hymne à la " At The Heart Of Winter" und dürfte gerade auf den Bühnen dieser Welt die Headbanger verzücken. Auch hier geht man gebremst auf Kreuzzug, aber bewaffnet mit messerscharfen Riffs. Ein Midtempo-Kracher! "Blacker Of Worlds" hat dann wieder deutlich mehr Zug zum Strassenrand und ist garniert mit dem unverkennbaren Horgh-Druming. Das Eis, auf dem die Bergener sich hier bewegen, wird sicher nicht dünner, sondern baut sich zu majestätischen Bergen auf und wer zum Abschluss noch eine stampfende Bestie, wie den Neunminüter "Mighty Ravendark" ins Gefecht schickt, hat eh nichts zu verlieren.
Immortal degradieren den Sibirischen Winter zu einem Sommercamp für Schulmädchen und erscheinen, bis unter die Zähne bewaffnet, zurück auf der Bildfläche. Starke Songs, Tätgren am Bass, Demonaz und Horgh in Höchstform und alles in Topsound! Nun noch bitte eine echte Black Metal-Tour (mit Marduk!) und Mutti hier geht frühzeitig in Rente. (oem)

9/10