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INTO ETERNITY - Sirens

VÖ: 26. Oktober 2018
M-Theory Audio

Zeitsprung ins Jahr 2008:
"Ist mir doch egal, was der Rest der Welt dazu sagt".
"Jungs, falls ihr das lest - ich liebe euch auf ewig für diese unvergleichliche Musik."
"Und der Rest der Welt kann mich mal!"
Ja, für das letzte Into Eternity-Album "The Incurable Tragedy" vergab ich vor zehn Jahren abermals zehn volle (Fanboy-)Punkte. Und dabei bleibe ich auch. Die kanadische Progressive/Melodic Death Metal-Schmiede hat mit ihrem Sound etwas Einzigartiges geschaffen und mit dem berühmten dritten Album "Buried In Oblivion" (2004) einen echten Klassiker eingespielt.
Für mich grenzt es fast an ein Wunder, dass mit "Sirens" nun das sechste Album das Licht der Welt erblickt. Einige Line Up-Wechsel, der Abgang von Century Media und Sangeswunder Stu Block "verlor" man schlussendlich an Iced Earth, bei denen er seit 2011 in Lohn und Brot steht. An den beiden Zwischendurch-Singles "Sandstorm" (2011) und "Fukushima" (2012) war er noch beteiligt. Seit 2013 ist es Amanda Kiernan (The Order Of Chaos), die zusammen mit Gitarrist/Urmitglied Tim Roth und dem seit den 2004er Deutschland-Gigs rekrutierten Bassisten Troy Bleich für ordentlich Gesangsfurore sorgt. Die Mischung aus Clean/Death/Black-Vocals ist so weitestgehend geblieben. Selbst der verstorbene ex-Gitarrist Rob Doherty (R.I.P.) ist zwischendurch noch eindrucksvoll zu hören.
Nun, hat man den eröffnenden, leicht sperrigen Titelsong aufgenommen und sich damit abgefunden, dass die Produktion leider wieder nicht "Buried In Oblivion"-Format hat (die Drums - ganz schlimm!), stellt sich doch sofort das "alte" Into Eternity-Feeling wieder ein und man möchte den "verlorenen Sohn" ob der Erinnerungen fest in die Arme schließen. Gerade, wenn er solch tolle Stories zu erzählen hat. Ob nun ein Ode an die eiskalte Heimat Regina/Saskatchewan ("Frozen Hell"), schwere Zeiten ("Fringes Of Psychosis", "Nowhere Near", "The Scattering Of Ashes Pt. II"), Krankheit ("Devoured By Sarcopenia") oder Katastrophen (die genannten Singles). Zugegeben - übermächtige Songs vom Kaliber eines "Embraced By Desolation", "Three Dimensional Aperture" oder "Severe Emotional Distress" sind es nicht geworden. Die spezielle Formel der Band ist der restlichen Szene in den letzten zehn Jahren nun mal nicht verborgen geblieben. Und man hat sich an ähnliche Mischungen "gewöhnt". Aber ich sehe Into Eternity eben als das Original an, bin einfach verdammt glücklich, dass sie wieder da sind und ein richtig hochklassiges Album hat man uns auch geschenkt. Und damit habe ich nun wirklich nicht mehr gerechnet! (sw)

8,5/10