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J.B.O. - Nur die Besten werden alt

VÖ: 15. August 2014
AFM Records

Wenn es darum geht, den Onkelz zu widersprechen, bin ich sofort dabei. Waren die umstrittenen Deutschrocker noch der Meinung, "Nur die Besten sterben jung", stellen J.B.O. mit ihrem zehnten Album fest: "Nur die Besten werden alt". Recht haben sie! Und Grund zum Feiern gibt es außerdem auch noch: 25 Jahre J.B.O. - was ich auch weitaus interessanter finde, als 25 Jahre Die Fantastischen Vier, deren Jubiläum in sämtlichen Medien bis zum Erbrechen breitgetreten wurde.
Auf ihrem Jubiläumsalbum im Jubiläumsjahr ziehen die rosaroten Rocker, genau wie erwartet, wieder einmal sämtliche Register ihres Könnens, das zugegeben allerdings auch etwas limitiert ist. Partyrock mit metallischer Schlagseite und mehr oder weniger amüsanten Themen, die sich textlich zwischen Altbekanntem wie Saufen, Sex oder sonstiger Alltagsproblematik bewegen.
Dass das Material auf "Nur die Besten werden alt" live sicherlich kein Auge (und auch keine Leber) trocken lassen wird, dürfte außer Frage stehen. Und auch wenn J.B.O. nicht mehr so unbedingt meinen Humor und Geschmack treffen, aber Titel wie der Opener "Vier Finger für ein Hallelujah", das coole "Und dann hörst Du J.B.O." oder das plötzlich mittendrin von einem Telefonanruf unterbrochene "Die Waldfee" machen durchaus Laune und sorgen für ein paar Schmunzler.
Natürlich gehören auf ein ordentliches J.B.O.-Album auch Coverversionen, deren Wahl ich allerdings nur für teilweise geglückt halte. "Metal No. 666" ist im Original einer der für mich schlimmsten Songs, die jemals geschrieben wurden: "Mambo No. 5" von Lou Bega - ganz gruselig! - und "Death Is Death" ("Live Is Life" von Opus) ist auch nicht wirklich besser. Für durchaus ganz gelungen halte ich hingegen "Schule aus" (Alice Cooper's "School's Out") und "Das Bier ist da zum Trinken" (Nancy Sinatra's "Theses Boots Are Made For Walking").
Unterm Strich bekommen alle Anhänger der Rosa Armee Fraktion ein ganz typisches J.B.O.-Album geboten, das zwar keinerlei Überraschungen bereit hält, aber den seit 25 Jahren bewährten Weg konsequent fortführt und die Erwartungshaltungen, wie hoch sie nun auch sein mögen, vollends erfüllen dürfte. (maz)

7/10