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KADAVRIK - N.O.A.H.

VÖ: 20. Januar 2012
Sonic Attack

Nach zwei Demos und zwei Alben veröffentlichen die deutschen Melo-Deather von Kadavrik mit "N.O.A.H." nun ihr drittes Album. Ihre Musik allerdings nur auf Melodic Death Metal zu reduzieren, würde dem westfälischen Fünfer kaum gerecht werden, denn die Black Metal-Einflüsse sind allgegenwertig und unüberhörbar ("Rußgeschwärzt" ist sogar eine reine Black Metal-Nummer). Insbesondere das oftmals rasende Drumming von 'Frank the Tank', die manchmal mehr gekeiften als gegrowlten Vocals von Fronter Niklas Preach und die hin und wieder mehr als nur dezenten Keys und Samples erinnern durchaus mal an Dimmu Borgir, ansonsten entfernt an schwedischen Melo-Death à la Dark Tranquillity, ohne allerdings auch nur ansatzweise deren Klasse zu erreichen.
Positiv fällt neben so einigen schönen Gitarrenmelodien und -soli und ungewöhnlichen deutschen Texten bei vier Titeln (die den jeweiligen Songs noch mehr Härte und Kälte verleihen) auch das ruhige Instrumentalstück "Marae" auf. Über die arg grenzwertige stampfende Disco-Bassdrum zu Beginn von "High Rollin'" schauen wir jetzt mal gepflegt hinweg. Was sich in meinen Augen aber als "Problem" von "N.O.A.H." entpuppt: Auch nach mehrmaligem Durchlauf bleibt kein Song so wirklich im Ohr hängen - ein ums andere Mal rauscht das Album einfach so an mir vorbei. Außerdem wirkt das Album ganz und gar nicht homogen, denn speziell die letzten vier (deutschsprachigen) Songs - die ein Konzept darstellen - wollen nicht so wirklich zum Rest des Albums passen. Vielleicht sollte man sich zukünftig lieber für eine Richtung entscheiden? Trotz allem ist "N.O.A.H." ist vernünftiges Album einer zweifelsfrei talentierten Band, mit viel Platz und Luft nach oben. (maz)

6,5/10