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KAISER FRANZ JOSEF - Make Rock Great Again

VÖ: 30. Juni 2017
Columbia Music / Sony

Kaiser Franz Josef ist bekanntlich seit 1916 tot und wird von manchen Österreichern immer noch schmerzlich vermisst. Sein Konterfei ziert das Cover der noch recht neuen Band Kaiser Franz Josef aus Österreich. Das Haupt des Kaisers mittlerweile ein Totenkopf, geblieben ist lediglich der Bart. Ich denke, zu Lebzeiten hätte der gute Kaiser so ausgesehen, wenn er einem Konzert der Band gelauscht hätte. Ob dieser Gedanke der Idee des Covers zugrunde liegt, ist mir nicht übermittelt, ich finde den Gedanken aber witzig. "Make Rock Great Again" ist die zweite CD der Kapelle aus Österreich und schon mit dem ersten Track geht es direkt ins Schlachthaus. "Slaughterhouse" eröffnet die CD wirklich gut und legt die Marschrichtung für folgendes fest. Schöner geerdeter Vintagerock mit ordentlich Verzerrer auf Bass und Gitarre. Verblüffend gut funktioniert dabei, wie beide Musikinstrumente nebeneinander existieren, ohne sich gegenseitig die Luft zum Spielen zu nehmen. Immer wieder wird changiert, mal hat die Gitarre, mal der Bass den Vorzug. Dieses Zusammenspiel funktioniert über die gesamte Distanz der CD hervorragend und macht ihren Reiz für mich aus. "Believe", das zweite Stück und die erste Singleauskopplung, beweist, die Band kann auch Harmoniegesänge. "Give It Up" und "Alive" zeigen sogar Tendenzen zur Popmusik, ohne sie jedoch gezielt zu verfolgen. Ich finde das passt sehr gut. Selber gibt man Black Sabbath und Soundgarden als Referenz an, ich würde noch Royal Blood und The Answer hinzufügen. Frontmann und Gitarrist Sham hat für die Art von Musik die ideale Stimme. Wer mag, darf sich die Referenzen selber suchen, es gibt die ein oder andere Ähnlichkeit. AC/DC hat die Band als Support auf ihre Tour eingeladen. Wie ich finde, nicht ohne Grund und wegen ihrer Livequalitäten. Selbige zeigen sich auch auf der CD - live im Proberaum eingespielt, transportiert der Sound sehr gut das energetische Zusammenspiel der Band. Wenn man irgendetwas kritisieren möchte, könnte man im Verlauf der 13 Stücke auf der CD an der ein oder anderen Stelle Monotonie empfinden. Aber mal im Ernst, wer hört heute noch CDs von vorne bis hinten durch, wenn er keine Rezension schreiben will ... (stl)

8/10