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KHADAVER - Extinctio Mundi

VÖ: 09. November 2015

Mit dem klangvollen Albumtitel "Extinctio Mundi" verkünden Khadaver, in epischem Latein, das Ende der Welt oder genauer übersetzt die "Auslöschung der Welt". Das ist einer der seltenen Momente, in denen ich weiß, das Latinum in der Schule hat sich richtig gelohnt. Aber genug der Scherze, schließlich geht es hier um Musik. Genauer gesagt um eine muntere Kombination verschiedener extremer Spielarten des Metal, gemischt mit einigen Elementen aus den Bereichen Cyber und Industrial. Durch diese Mischung soll sich die aus der Slovakei stammende Band schon mit ihrem Debüt "New World Disorder" eine solide Fanbase in der dortigen EBM und Metalszene geschaffen haben. Mit dem aktuellen Album "Extinctio Mundi" hat man sich nun an einem Konzeptalbum versucht. Leider scheint das nicht so ganz geklappt zu haben und so wirken die Lyrics eher unausgereift, holprig und wenig abwechslungsreich, nehmen so dem Ganzen einiges an Pfeffer. Der Sound und die Songs an sich sind ebenso unspektakulär und heben sich kaum von einer x-beliebigen durchschnittlichen Blackened Death Kapelle ab. Sich wenig verändernde Strukturen lassen eben schnell das Gefühl von Monotonie aufkommen. Zum Schluss wird das Ganze dann noch abgerundet durch deplatziert wirkende Synthie-Samples und Keyboard-Phrasen, bei denen man sich jedes Mal fragt, was genau die jetzt an der Stelle zu suchen haben. Somit schafft es das Konzeptalbum leider nicht annähernd irgendeine Art Atmosphäre aufzubauen. Die Geschichte der übermenschlichen, allmächtigen Zeroborn klingt ebenso abgedroschen und der gleichnamige Track reißt es mit seinem Refrain "we are one, we are many, we are zeroborn" da auch nicht gerade heraus - viel abgedroschener geht's einfach nicht mehr. Der Refrain bleibt aber zumindest im Ohr, allerdings ist fraglich, ob man das überhaupt möchte.
Mir persönlich ist das Album eine Spur zu gewöhnlich und ist hinter meinen Erwartungen an ein Album einer Band, die als Blackened Cyber/Industrial Metal beworben wird, weit zurückgeblieben. Es fehlt an etwas Eigenem, an einer ganz besonderen Note, die diese Band von anderen abhebt. Daher bleibt nur der schale Geschmack von etwas, dass man vor Jahren schonmal probiert und dann stehen gelassen hat.
Allerdings kann die Band das Ganze auch in gut. Man muss sich nur einmal den Vorgänger "New World Disorder" geben und schon glaubt man eine völlig andere Band vor sich zu haben. Im Anschluss an "Extinctio Mundi" konnte ich es mir nicht nehmen lassen, da auch einmal reinzuhören und bin von dieser Scheibe wesentlich begeisterter. Wer also um das Potenzial von Khadaver wissen möchte, dem sei von diesem Album abgeraten und zum Vorgänger geraten. (cl)

5/10