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LACRIMAS PROFUNDERE - Antiadore

VÖ: 24. Mai 2013
Napalm Records

Im Hause von Lacrimas Profundere aus Waging in Oberbayern stehen gleich zwei Jubiläen an: "Antiadore" ist bereits das zehnte Album der Band, die sich genau vor 20 Jahren gründete. Nach dem letzten Album ("The Grandiose Nowhere", 2010) hat sich auch das Besetzungskarussell wieder mal gedreht. Drummer Dominik Scholz ist neu dabei, während man vorläufig (?) erstmal ohne festen Bassisten auskommt.
Musikalisch ist sich das Quartett dabei erwartungsgemäß vollkommen treu geblieben. Auch über "Antiadore" liegt wieder die Melancholie wie ein schwarzer Teppich, der den Sound zwischen Dark Rock und softem Gothic Metal jedoch nicht erdrückt. Im rockigen Opener "My Release In Pain" gedenkt man mit ein paar wenigen Death Metal-Growls gar der eigenen Anfangszeit, doch ansonsten ist der Gesang von Roberto Vitacca dem eines Ville Valo (HIM) nach vor recht ähnlich, auch wenn sich Vitacca speziell im Titelsong um etwas "Rotzigkeit" bemüht, was dem Ganzen mehr Rock'n'Roll-Feeling verleiht. An Abwechslung mangelt es auch auf "Antiadore" trotz der insgesamt deutlich vorherrschenden Schwermütigkeit nicht. Das eher ruhige "All For Nothing" steigert sich im weiteren Verlauf überaus stark, "Dead To Me" bietet satte Riffs, "Abandon" entpuppt sich als wahrer Nackenbrecher und das hitverdächtige "Deny For Now" überzeugt ebenso, wie das klasse Gitarrensolo in der Ballade "Head Held High". Der eine oder andere Song kommt allerdings auch kaum über ein "gut" hinaus ("What I'm Not", "My Chest", "A Sigh"), was bei insgesamt zwölf vollwertigen Songs sicherlich aber auch verschmerzbar ist.
"Antiadore" ist düster, rockig, melancholisch, romantisch, schwermütig - und schön. (maz)

7,5/10