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LIK - Carnage

VÖ: 04. Mai 2018
Metal Blade

Sollte mal der höchst unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Lik der Vergleich mit Dismember auf die Nüsse geht, halte ich ihnen einfach den Opener "To Kill" vor. Wer sich so charmant und offensichtlich an das berühmte "Override Of The Overture"-Riff anlehnt (und sogar den Grundtonwechsel exakt wiedergibt), der darf sich nicht wundern. Aber wir wissen, dass die Schweden das auch gar nicht anders wollen und bereits mit ihrem Debüt "Mass Funeral Evocation" eine erstklassige Ersatzdroge für die Dismember-Trauergemeinde lieferte. Kein Wunder, dass Metal Blade da zugreifen mussten. Auch weil sie erkannten, dass Lik mehr als nur eine Kopie sind. High End Speed ("Celebration Of The Twisted") oder gar Blastbeats ("Cannibalistic Infancy") gab es beim "Original" nie. Wer aber einen Qualitätsschlagwerker wie Christofer Barkensjö (Witchery, ex-Kaamos, ex-Face Down, ex-Carnal Forge, u.a.) in den Reihen hat, der kann sich so etwas aber auch leisten. Lik gehen ihren eigenen Weg, liefern mit "Dr. Duschanka" und "Left To Die" die typischen Galopper, mit "The Deranged" ein sowohl textlich als auch atmosphärisch böses Monster und mit "Only Death Is Left Alive" einen straighten Kracher, der bestimmt ein Live-Smasher wird. Alles wiederum in die absolut typisch Sunlight-mäßig tönende Produktion, die man für solche Songs aber auch braucht. Da dürfen einfach keine Experimente gemacht werden. Dass haben Lik längst begriffen und werden entsprechend und zu Recht von den Fans gefeiert.
P.S.: Und mal (nicht so ganz) ernsthaft - wenn man das Album auch noch nach der Dismember-Quasi-Vorgängerband benennt, darf man sich erst mal gar nicht wundern. (sw)

8/10