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LORD VIGO - Six Must Die

VÖ: 25. Mai 2018
No Remorse Records

Für ihr drittes Album haben sich Lord Vigo glatt mal ein neues Logo gegönnt, das Cover (aus der charakteristischen Hand von Markus Vesper) vermittelt Horror, ebenso wie der Unterton der acht Tracks, für die John Carpenter's "The Fog" als Inspiration diente. War der Vorgänger "Blackborne Souls" (gerade mal knapp anderthalb Jahre her) zwar kein reinrassiges Doom Album und setzte auf den epischen Zweig des Genres, spürt man auf dem neuen Longplayer eine leichte Verschiebung in klassische Metal-Gefilde - doch die Epik ist geblieben. Aussagekräftige Songs wie "Doom Shall Rise" oder "Thul-Rar" sind weitaus mehr Headbangerstoff, als man bei der Nennung des Wortes "Doom" erwartet hätte, "Thal-Mun-Rar" legt diese Grundcharaktereigenschaft aber gerne noch mal etwas offensichtlicher frei. Die herausragenden Eckpfeiler des Albums sind aber andere. Zum einen der groß angelegte, 13-minütige Titelsong, der wirklich alle Register dessen zieht, was Lord Vigo derzeit ausmachen. Und zum anderen der neue Kracher "I Am The Prophecy" - skurrilerweise wie beim Vorgängeralbum auch hier der zweite vollwertige Song. Drückende Riffs, treibender Beat und Vinz Clortho schmettert mit seiner abermals leidenschaftlichen Art den simplen, aber süchtig machenden Refrain. Eine Granate. Kleiner Einwurf nebenbei - über den Drum-Sound kann man hier und da streiten, die Rotos haben aber Charme.
Fazit: Ihre augenzwinkernde Handschrift von "Blackborne Souls" haben Lord Vigo gekonnt beibehalten und wieder ein richtig starkes Album abgeliefert. Darüber hinaus prognostiziere ich aber eine vielleicht noch größere Zukunft, wenn man an den richtigen Stellen etwas Mut zum Risiko zeigt. (sw)

8,5/10