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MACBETH - Gotteskrieger

VÖ: 24. Juli 2009
Massacre Records

Im ersten Moment dachte ich, ich hätte es hier mit den gleichnamigen italienischen Gothic-Metallern zu tun. Weit gefehlt. Bei "Gotteskrieger" handelt es sich um das erste offizielle Album der Thüringer Thrash Metaller Macbeth, die bereits seit 1985 (!) existieren. Dass man es als Metalband in der damaligen DDR alles andere als leicht hatte, dürfte klar sein, aber zum Glück ist ja heute alles besser ...
Irgendwie bin ich mir jedoch auch nach mehrmaligem Hören nicht sicher, was ich von dem Album halten soll. Auf der einen Seite bekommt man sauberen Thrash um die Ohren geknallt, dem man die langjährige Spielerfahrung der Band zweifelsohne anhört. Sei es beim doublebasslastigen "Hunde wollt ihr ewig leben", dem leicht doomigen "Mein kleiner Soldat" oder dem hitverdächtigen Titelsong. Geschickt setzt man zwischendurch - trotz des allgegenwärtigen Metals - auf leicht folkige Elemente wie beispielsweise bei "Totentanz", das ein bisschen an In Extremo & Co. erinnert.
Auf der anderen Seite haben wir dann - wie man sich ja nun bereits denken kann - die deutschen Texte, die zwar als "aggressiv und intelligent" angepriesen werden, mir aber viel zu klischeehaft und pathosüberladen daherkommen. Bei "Maikäfer flieg" singt im Refrain ein Kinderchor das allseits bekannte "Schlaf Kindlein, schlaf" - und dass Pommernland abgebrannt ist, wissen wir ja nun auch spätestens seit J.B.O.
Die Stimme von Macbeth-Sänger Olli Hippauf mag zwar durchaus aggressiv und teils anmutig klingen, hinterlässt aber leider einen leicht prolligen Onkelz-Beigeschmack. Ob man zukünftig besser beraten wäre, englisch zu singen - ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall aber eine interessante Band, mit einem wirklich ordentlichen Album. (maz)

7,5/10