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MACBETH - Imperium

VÖ: 11. September 2015
Massacre Records

Macbeth ist eine um 1606 von William Shakespeare verfasste Tragödie/Drama (und nein, nicht die neuste Burgerkreation aus dem Hause McDonald's). Die 1985 in Erfurt gegründete Band gleichen Namens hat eine 30jährige Bandgeschichte hinter sich, die der gute William Shakespeare nicht hätte besser verfassen können. Geht einfach auf die Homepage der Band und lest euch mal die Bandhistory durch, mehr Drama und Tragödie werdet ihr wohl kaum irgendwo anders finden. Dort kann man übrigens die Stasiakten der Band einsehen - das sollte man sich ebenfalls unbedingt durchlesen. Das im Jahre 2009 erschienene Album "Gotteskrieger" war mein erster Kontakt mit der Band und hat mich glatt umgehauen. Düsterer Metal mit Thrash Metalkante und deutschen Texten, die einfach wie die Faust aufs Auge passen und niemals aufgesetzt oder peinlich wirken. Im Jahre 2012 erschien dann das Album "Wiedergänger" und setzte dem guten Vorgänger noch einen drauf und hätte von mir locker 8,5 Punkte bekommen - man denke nur an die großartige Stalingrad-Triologie zum Schluss. Nun liegt das neue Album "Imperium" vor und weiß wieder zu begeistern. Das Thema 2. Weltkrieg aus der Sicht deutscher Soldaten war auf den Vorgängern auch schon Thema. Hier wird diese Richtung konsequent weitergeführt, Helden gibt es nicht, jedes Lied erzählt seine ganz eigene grausame, hoffnungslose und tragische Geschichte. Im Krieg herrscht nur der Tod, in dem Menschenleben keine Bedeutung haben. Ich habe selten eine Band gehört, die es schafft, dieses Thema so überzeugend mit deutschen Texten zu verbinden - und wenn als letztes Lied "Soweit die Füße tragen" erklingt, geht einem das ganz schön an die Nieren. Musikalisch wird das grandios umgesetzt und auch die Produktion gibt sich keine Blöße und ist schön ruppig. Ansonsten werde ich hier keinen bestimmten Song nennen, denn wirklich jeder hätte es verdient, genannt zu werden. Das Album hat mich begeistert, aber auch bewegt. Ein Umstand, der einem erst einmal gelingen muss. Ich ziehe meinen Hut (wenn ich einen hätte) vor diesem Album und einer Band, die nie resigniert hat und immer weitergemacht hat … soweit die Füße tragen. (tf)

9/10