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MACHINE HEAD - Bloodstone & Diamonds

VÖ: 07. November 2014
Nuclear Blast

Seit Machine Head nach einer kleinen musikalischen Irrfahrt mit "Through Th Ashes Of Empires" zu neuer Stärke zurück fanden, sind sie quasi nicht mehr zu stoppen. Der neue Longplayer "Bloodstone & Diamonds" ist nicht nur eine Machtdemonstration, es zeigt zugleich …

Aber einen Moment:
Mein 10-Punkte-Album "Unto The Locust" wird eigentlich nur auf persönlicher Ebene dezent verfehlt, objektiv gesehen arbeiten Robb Flynn & Co. auf einem Level, welches sie sogar an High Quality-Lieferanten wie Kreator vorbeiträgt. Auf "Bloodstone & Diamonds" herrscht Narrenfreiheit - auf Machine Head-Basis natürlich. Die Band ist die Eigenständigkeit in persona. Vom völlig unterbewerteten Drummer Dave McClain, über den neuen Bassisten Jared MacEachern, der auf diesem Album auch gleich Backing Vocals in die Konserve bringt (was in der Vergangenheit nie der Fall war) bis zum neuen Gitarren-Traum-Doppel Phil Demmel/Rob Flynn. Was soll ich euch da noch erzählen?! "Killer & Kings" ist einfach ein Hit. Bei "Beneath The Slit" darf man gerne fragen, ob die Band zwischendurch etwas öfter Down gehört hat. In "Game Over" rechnet Rob Flynn mit ex-Bassist Adam Duce ab (der, der eben nie auf CD sang) und präsentiert neben den Strophen, die gekonnt von Enttäuschung auf Angriffslust umschalten, einen Refrain mit Punk-Einschlag, der live für Tumulte sorgen wird. Die rabiateren "Night Of The Long Knives" und "Eyes Of The Dead" übrigens genauso. Heimlicher Sieger der CD ist aber "Sail Into The Black". Erst dachte ich, ich höre vier Minuten lang eine Art Intro mit einer Stimmung aus Sklavengaleere meets Beerdigungs-Marsch. Dann aber setzt die Band zu monströsen "Beatdown"-artigen Strophen an und stampft sich bis zum Song-Ende in einen vernichtenden Rausch - eine unglaubliche Atmosphäre und unbändige Wucht, die alle ach so wütenden Nachwuchs-Bubis niemals erreichen werden.
Egal, was Machine Head anpacken, sie bringen etwas zustande, was mich nun guten Gewissens meinen ersten Absatz abschließen lässt.

… dass sich Machine Head zu Recht eine Position erarbeitet haben, mit der sie bereit für die Wachablösung sind, wenn die ganz großen Namen des Business das Zeitliche segnen. (sw)

9,5/10