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MACHINE HEAD - Unto The Locust

VÖ: 23. September 2011
Roadrunner Records

Beim heiligen Ronnie James Dio! Das kann doch nicht wahr sein! Ich glaube es einfach nicht! Machine Head haben ihr letztes Album "The Blackening" tatsächlich getoppt! Der Opener "I Am Hell (Sonata In C#)" ist ohne Wenn und Aber ein 10 Punkte-Kracher. Das A Capella-Intro, die monumentale Einleitung, der erste Thrash-Überfall mit fieser Doublebass, Strophe, Bridge und ein Chorus in Überschallgeschwindigkeit - das ist furios! Ich brauche dringend Luft. Aber nix is. "Be Still And Know" legt gleich mit einem weiteren Ohrwurm-Chorus nach. Das neue Gitarren-Traumduo Flynn/Demmel fiedelt sich (auf dem gesamten Album) um den Verstand und agiert dabei so fliessend, als würde man einem Streicher-Doppel beiwohnen. Der Quasi-Titelsong "Locust" ist ein sowohl filigranes als auch wuchtiges Midtempo-Groove-Monster und wird live für schwerste Tumulte sorgen. Der kurze Doppel-Lead-Part in der Mitte dürfte die größte Metallica-Verbeugung sein, die ich in den letzten zehn Jahren gehört habe. Schon k.o.? Der ruhige Beginn von "This Is The End" täuscht Erholung vor, denn ein überfallartiges Dissection-Riff leitet in das nächste Thrash-Ungetüm ein, welches mich hinten raus wieder mit einem Solopart à la alte Metallica um den Verstand bringt. Kann mir mal jemand helfen - ich kämpfe gerade wirklich mit meiner Kondition! "The Darkness Within" wird mit Sicherheit bald zum nächsten "Halo" avancieren - ohne Worte. Mich zerreißt es förmlich, so dass "Pearls For Swine" einfach nur noch über mich hinwegrollt. Ich frage mich nur, warum beim Rausschmeißer "Who We Are" unbedingt ein Laien-Kinderchor in Aktion treten muss. Ja, es ist subjektiv, aber genau das hätte hier anfänglich fast meine Höchstnote verhindert. Aber hat man erst mal ein paar Durchläufe hinter sich gebracht und lauthals "This Is Who We Are" geschmettert, lässt man diesen Ausrutscher links liegen und wütet einfach besinnungslos durch die eigene Bude.
Und wer richtig aufgepasst hat, erkennt, dass Machine Head genau sieben Songs gebraucht haben, um der gesamten Metal-Gemeinde einen Brocken vorzusetzen, an dem sie sich noch verdammt lange messen muss. "Ich glaube, von diesem Album wird man noch ganz lange sprechen." waren meine Worte zu "The Blackening". Nun, über "Unto The Locust" wird man ewig sprechen! Ein göttliches Meisterwerk! (sw)

10/10