Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

MADISON AFFAIR - Teenage Time

VÖ: 11. November 2011
Acuity.Music

Madison Affair aus Berlin sind einmal mehr eines dieser Web 2.0-Phänomene: 30.000 Freunde/Follower bei Facebook und MySpace, zwei Millionen Views auf Youtube usw.
Das Debütalbum der drei Deutschen und der beiden russischen Gitarristen erscheint als reiner Digital Download, wobei der Titel "Teenage Time" durchaus einen Rückschluss auf die Zielgruppe führen lässt: Musikalisch bewegt sich der Fünfer grob im Fahrwasser von Bands wie Asking Alexandria, We Came As Romans, Of Mice And Men und ähnlichen Verdächtigen, sprich: Post-Hardcore mit einer ordentlichen Portion Elektronik, die allerdings - ich muss es leider sagen - manchmal etwas arg übertrieben wird. Zwischen den oftmals wirklich guten Breakdowns, Moshparts und dem bekannten Wechselspiel aus Growls und cleanem Gesang, ist es oftmals gerade die bis zum Anschlag ausgereizte Eletronik (die häufig stark verzerrten cleanen Vocals nerven mitunter sogar schon), die den Hörgenuss merklich schmälert. Dennoch, Titel wie "New War", "Close To The Edge" oder "Now Let's Be Honest To The World" sind wirklich amtliche Nummern, beim Titelsong blitzt sogar ein starkes Gitarrensolo durch, wobei aber auch das rein synthetische (und völlig miserable) "You'll Better Keep Your Eyes Wide Open" den absoluten Tiefpunkt des Albums darstellt. Der namentlich nicht näher benannte Bonustrack ist mit seinen HipHop-Passagen und dem völligen Verzicht von Gitarren auch arg grenzwertig. Höhen und Tiefen reichen sich auf "Teenage Time" wirklich die Klinke in die Hand. Mein Wunsch/Tipp für die Zukunft: Keine Songs mehr wie die beiden letztgenannten (braucht kein Mensch) und vor allem die Dominanz (teilweise Penetranz) der Elektronik deutlich zurückfahren, dann reicht's beim nächsten Mal sicherlich auch für ein "gut". Diesmal leider noch nicht ... (maz)

6,5/10