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MADNESS OF THE NIGHT - The Asgarda

VÖ: 29. November 2013
Massacre Records

"Auf den ersten Blick scheinen Madness Of The Night nicht viel mehr zu sein, als ein weiteres Goth Rock/Metal-Duo." Bevor dieser Pressetext jetzt mit dem berühmtem "aber" weitergeht, ahne ich bereits Böses. Man möchte uns hier sicherlich wieder das nächste große Ding ankündigen, das dann letztendlich doch wieder nur im Gothic-Plastik-Sumpf untergeht. Da wird auch der Exotenbonus (Sängerin Abir Blackshadow stammt aus dem Libanon) vermutlich nicht viel nützen - oder etwa doch? Was die ersten Klänge bereits vermuten lassen, bestätigt sich dann im weiteren Verlauf und lässt mich durchaus etwas erstaunen. Das wirklich Interessante ist hier nämlich die Tatsache, dass sich der Sound von Daniel Dante (der hier scheinbar für alles, außer dem Gesang, alleine verantwortlich ist), überraschend deutlich am Dark Wave der 80er Jahre orientiert. Da denkt man stellenweise sogar eher an Anne Clark, als an irgendein dünnes Gothic-Gejaule, zumal Sängerin Abir eine durchaus ansprechende (wenngleich auch nicht überragende) Stimme hat. Das "Problem" an "The Asgarda" (neben dem unterirdisch schlechten, verkaufshemmenden und völlig unpassenden Coverartwork) ist allerdings die Tatsache, dass man dieses Album fälschlicherweise dem Gothic Rocker/Metaller "unterjubeln" möchte. Die Zielgruppe ist allerdings ganz klar der "Grufti", der auf düstere 80er Jahre-Mucke steht (The Sisters Of Mercy, The Cult, Dead Can Dance, usw.).
Auch wenn hier wahrlich nicht alles Gold ist, was glänzt, so hat "The Asgarda" zumindest passagenweise durchaus ein paar gute Ansätze. Allerdings habe ich mich selten so deutlich gefragt, ob dieses Album nicht vielleicht 25 Jahre zu spät kommt … ?

6,5/10