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MAN WITH A MISSION - Chasing The Horizon

VÖ: 10. August 2018
Century Media

Wann immer ich japanische Musik in die Hände bekomme, muss ich zugeben, schlägt mein Herz doch etwas höher als gewohnt. Leider war bei Man With A Mission meine Erwartungshaltung wohl zu hoch gesteckt. Auch nach mehrfachem Hören kann ich immer noch nicht verstehen, wo die Band mit ihrer Musik hin will. Man hat viel mehr das Gefühl, jeder Song ihres neuen Albums wird von einer ganz anderen Band gespielt. Das Album beginnt dabei mit "normalem" J-Rock - leicht poppig, mit eingängigen Melodien und einem schönen Refrain, etwas Sprachgesang mit eingestreut, aber alles noch halbwegs gewohnt. Dann kommt der Song "Broken People". Eine musikalische Granate, die mich sofort an die Band SiM erinnert, mit klarem Punk-Einfluss, ordentlich Druck hinter der Musik und frischem Soundbild. Mit "Winding Road" kommt dann eine Art ruhiger, emotionaler Rock, man merkt, dass das nicht die Stärken der Band ausspielt, quält sich ein wenig durch den Song und hat den Finger immer schon halb auf dem Skip-Button. Mit "Hey Now" bringt man dann einen so schiefen Song, der irgendwie zwischen seltsamen Nu Metal-Spielereien und irgendwelchen 90's Dance-Melodien versumpft. Gruselig. Dann kommt etwas, von dem man denken würde, es wäre eine Ballade, die dann aber in einen Dance-Track ummünzt, was nicht die schlimmste Kombination ist, aber irgendwie noch immer kein Album-Konzept aufzeigt. Danach kommen wieder ein paar "normal" Songs, ein verkorkstes Musikexperiment, welches nicht zu Unrecht "Freak it" heißt und auch sonst nur noch Songs, die nicht überzeugen. Lediglich "Dog Years", der vorletzte Song, kann nochmal überzeugen.
Doch alles in Allem betrachtet, hat man einfach zu viele Styles ausprobiert und dann frage ich mich immer, ob niemand mal dahintersteht und der Band einfach mal sagt: "Passt auf, sowas wie in diesen drei Songs könnt ihr richtig gut, der Rest ist eher nicht so eure Stärke". Klassischer Fall von zu viel gewollt und dann nicht alles hinbekommen. (zeo)

6/10