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MANIMAL - Purgatorio

VÖ: 07. September 2018
AFM Records

Musik ist in seiner wesentlichen Art ja auch Kunst, abgesehen von mancher Populärmusik, aber ich schreibe ja auch von Musik, also ernsthafter Musik. Schaut man sich die großen Künstler an, so kann man in ihrem Schaffen stets eine Entwicklung erkennen. Auch Manimal entwickeln sich weiter und ihr drittes Album "Purgatorio" lässt mich beim ersten Durchgang etwas ratlos zurück. Ich frage mich: Wohin geht die Reise? Das Debütalbum "The Darkest Room" von 2009 war in seiner Art eine Skizze dessen, was später folgte, reduzierter als die beiden Nachfolger. Problem bei der Geschichte, ich fand die Scheibe richtig gut, weil sie nicht vollkommen überproduziert war und auch andere Einflüsse der Musik zugelassen hat. Wenn es ein Gemälde wäre, hätten wir hier eine Vase gemalt gesehen, skizziert, radiert, aber klar erkennbar eine Vase. "Trapped In Shadows" von 2015 war dann schon ein farbiges Bild der Vase. Bei "Purgatorio" haben wir jetzt noch einen Blumenstrauß in der Vase stehen und ich weiß immer noch nicht genau, ob ich den haben will. Vielleicht zu viel? All das ist aber Klagen auf hohem Niveau, weil alle drei Alben wegen ihrer Trademarks klasse sind. Der Gesang von Samuel Nyman thront über allem, Rob Halford als Reminiszenz zu nennen, ist nicht übertrieben. Auch beim dritten Album ist es gelungen, jede Menge Hooks und gute Refrains zu haben, andere Bands können da nur neidvoll erblassen. Anspieltipps: "Denial" eher ungewöhnlich für die Band mit gutem Rammstein-Riffing und "Behind Enemy Lines", ein typisches Manimal-Stück. (stl)

8/10