Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials

MANTRUM - The Age Of Vultures

VÖ: 21. Oktober 2018

Wenn sich eine Band nach über sechs Jahren an dich erinnert, weil du mal ein Review für sie geschrieben hast, fühlt sich das schon richtig gut an. Wenn du dann beim erneuten Hören feststellst, dass du deinen Worten zur damaligen EP auch sechs Jahre später nicht widersprechen würdest, ist der Einstieg in das neue Material fast ein Kinderspiel. Spoiler-Alarm: Auch "The Age Of Vultures" hält den einstigen Worten Stand. Um einfach mal mit Namen zu jonglieren: Hatebreed, Shadows Fall, God Forbid, Generation Kill, The Abscene, Heaven Shall Burn, Merauder, Warpath, Devildriver … für all diese Bands könnte ich mir Mantrum als Support/Opener vorstellen. Somit wisst ihr bereits, welches Spektrum an NWOAHM (respektive dem, was diese Bewegung aus dem Schwedentod adaptiert hat), Thrash Metal und Metalcore die Papenburger ungefähr bedienen und dabei (wie bereits auf der selbstbetitelten EP) ein überraschend gutes und stimmiges Gesamtbild abgeben. Mehrere Dinge sind dabei sehr auffällig. Da wäre erst mal die durchdachte Gitarrenarbeit, die nicht "zu modern" tönt und zusammen mit den abwechslungsreichen Drums auch keine nervigen "one note"-Beatdowns produziert. Des Weiteren geht die Band nicht in die anbiedernde Mainstream-Falle und lässt Klargesang komplett außen vor. Durch das aggressive Shouting erhält man sich die Bissigkeit und verwässert den Gesamtsound nicht durch den Versuch, plakative Hooklines produzieren zu wollen. Dafür nehmen die Gitarren immer wieder das Zepter mit melodischen oder atmosphärischen Parts in die Hand (z.B. "Metamorphosis", "Inferno", das sphärisch walzende "Praise The Paradox"). Letzter Pluspunkt (und ich weiß, dass diese Aussage gerne Diskussionen hervorruft): Mantrum klingen einfach nicht deutsch - und das ist sehr wohl ein positiver Aspekt, wenn man sich stilistisch mit amerikanischen Vorbildern misst.
Ich mag die Jungs und auch wenn mir "The Age Of Vultures" noch keine vollen acht Punkte wert ist (weil ich das Potential zu "mehr" erahnen kann!), läuft dieses Debüt seit Erhalt immer vollständig durch. Gedanken wie "Stop", "Search", "Skip" oder gar "Delete" hatte ich zu keiner Sekunde … also - weiter so!
Derzeit nur in digitaler Form erhältlich, bekommt ihr das Ganze auf: mantrum1.bandcamp.com (sw)

7,5/10