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MASTER - Vindictive Miscreant

VÖ: 28. November 2018
Transcending Obscurity Records

"Du bist nichts als ein rachsüchtiger Missetäter!" rotzt uns Paul Speckmann als "Intro" entgegen und schon wird eine Dreiviertelstunde feinster Speck-Metal auf die Menschheit losgelassen. Die Bezeichnung mag albern klingen, am Ende steht immer die bewährte Formel: Paul Speckmann ist Master und nur Master klingen wie Master. Es ist wie mit Motörhead. Es klingt immer altbekannt und nur Nuancen entscheiden, ob ein Album okay, gut oder geil ist. "Vindictive Miscreant" (Album Nr. 14) pendelt sich je nach Verehrungsgrad des Fans irgendwo zwischen den letzten beiden Attributen ein und ist seinem Vorgänger "An Epiphany Of Hate" quasi ebenbürtig. Die Trefferquote der Riffs bewegt sich mehrheitlich im oberen Bereich, was bei dem basischen Death/Thrash-Gemisch, welches Paul und seine Schergen seit Jahren regelmäßig detonieren lassen, ja gar nicht so einfach ist. Im Ernst, wie abgebrüht muss man sein, um z.B. beim Titelsong und speziell "The Book" solche ultrasimplen Schädelspalter-Riffs vom Stapel zu lassen. Es ist die Erfahrung in der Umsetzung, die daraus Killer-Songs macht. Selbst die Umwandlung eines klassischen Black Sabbath-Riffs in ein Death Metal-Riff nur durch Tempoanhebung - wie bereits auf dem Vorgängeralbum (höre "The People Of The Damned") - funktioniert auch hier wieder ("Engulfed In Paranoia") und knallt richtig! Das muss man erst mal schaffen. Obendrein noch die amtliche Eigen-Alternative "The Inner Strength Of The Demon", falls die Band live mal keine Lust mehr haben sollte, "Children Of The Grave" zu covern …
Wenn jemand so gekonnt sein Handwerk versteht, was soll man da noch sagen. Je oller, je doller? Older, but wiser? Oder einfach: "(Dem) Master macht man eben nichts vor.". (sw)

8,5/10