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MASTERS OF DISGUISE - Alpha/Omega

VÖ: 20. Oktober 2017
Limb Music

Ein Sprichwort besagt: "Mit Speed fängt man Sigi.". Meistens zumindest. Eine gewisse Klasse müssen die Songs natürlich besitzen. Dauerrotation bedeutet "gewisse Klasse". Heilig's Blechle - wieso habe ich hier nicht früher aufgepasst!? Erst mit Savage Grace-Sänger Chris Logue als eben Savage Grace unterwegs, dann einfach zwei Longplayer selbst aus dem Boden gestampft und jetzt - so behaupte ich einfach mal ganz unwissend und frech - der emanzipierende Rundumschlag. Masters Of Disguise sind Masters Of Disguise und nichts anderes! Und das bedeutet feinster Speed Metal. Und "Alpha/Omega" bedeutet ein beeindruckend traditionell denkendes Metal-Album. Mit einem Intro ("The Rise (And Fall) Of Kingdoms"), welches sofort Spannung erzeugt. Mit einem fantastischen Titelsong (die traumhafte Refrain-Erhöhung am Schluss wie damals bei Rainbow), der sich nochmal über die eh schon hohe Kunst des Albums erhebt, so wie es einst bei "Master Of Puppets", "Bonded By Blood" oder Slayer's Nr. Zwei, Drei und Vier war. Dann zwei kraftvolle Bremsmanöver in Form von "Shadows Of Death" (das wäre mal ein Highlight auf einem völlig überbewerteten "Louder Than Hell" gewesen …) und "Sign Of The Cross" (nur tempomäßig eine Verschnaufpause). Und ansonsten endgeile Speednummern, die mit dem exzellenten Gesang von Alexx Stahl den Trumpf im Ärmel haben und zwar gegenüber allen anderen Speed Metal Kapellen, die sich lieber auf ihre Destruction meets Black Metal-Vorlieben berufen. Nein, ich mache hier niemanden schlecht, aber Fans von Heathen, Agent Steel oder auch neuerer Vertreter wie Septagon (der cleane Gesang eben!) werden zu diesen Schädelspaltern ihre Hausratversicherung auf Herz und Nieren testen. "The Leech" (man hört wieder diesen speziellen Rausschmeißer-Charakter), "Killer's Redemption" (Hammer!), das leicht gezügelte, nicht minder fordernde "Witchhammer" oder die fast schon frech abgeklärte Attacke "Demons From The Past" (Jungs, da hätte ich bei Gelegenheit mal eine Frage …). So geile Riffs, so viel Dynamik und Power, so aussagekräftige Vocals! Fehlt noch was? "Knutson III: Nemesis (I Am The Law)" hat gemäß der textlichen Thematik (Knutson begleitet die Band schließlich seit ihrem Startschuss) auch songwriterisch mehr zu erzählen und als CD-Bonustrack gibt es das Exciter-Cover "Blackwitch", welches bis dato nur den Besitzern des "Pounding Metal - A Tribute To Exciter"-Samplers vorbehalten war.
Meine Finger bluten, mein Nacken schmerzt - und ich könnte dieses Review wahrscheinlich noch zehn Mal anfangen (weil ich immer wieder durch mein eigenes Headbanging-Verlangen "gestört" werde) und die unumstößliche Tatsache in andere Worte verpacken, aber unterm Strich stehen für das dritte Masters Of Disguise-Album (make it or break it, wa?!) immer wieder dieselben Worte: So macht man das - und nicht anders! (sw)

9/10