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MEGADETH - Killing Is My Business ...

... And Business Is Good (Re-Release)

VÖ: 08. Juni 2018
Century Media

Kann man machen. Das fantastische Megadeth-Debüt einfach zum zigtausendsten Mal auf den Markt bringen. Wie viele Versionen es gibt, kann man googeln oder sich einfach das rundum sorglos-Paket von Century Media besorgen. Hier gibt es das Debüt von Onkel Dave Mustaine nämlich gleich zwei Mal. Zuerst natürlich in der Studioversion, die von Mark Lewis (Whitechapel) remixed und von Ted Jensen remastered wurde. Im Vergleich zur Original-Aufnahme auf jeden Fall ein zeitgemäßer, dennoch guter Schritt. Der Sound gefällt. Die "zweite" Version sind Live-Aufnahmen aller Albumtracks (aus Daves Archiven) in genau der gleichen Reihenfolge aus diversen Locations wie Denver und London. Die Speed-Granate "Rattlehead" gibt es sogar in einer 1987er Version aus Bochum! Obendrauf dann noch drei Demos.
Zur Qualität, Intention und unterschwelliger Aussage von "Killing Is My Business … And Business Is Good" braucht man eigentlich kaum Worte verlieren. Dass Dave Mustaine was auf dem Kasten hat, wusste man schon, wenn man damals seine Zeit bei Metallica (also vor "Kill 'Em All") im Auge hatte. Auch wenn das Megadeth-Debüt etwas auf sich warten ließ (Hetfield & Co. hatten zu dem Zeitpunkt schon zwei Alben draußen), ich kann es mir nur wie einen kleinen Donnerschlag vorstellen. Mustaines irrsinniges Gitarrenspiel, Chris Poland als versiertes Partner - was die beiden hier an Saitenhexerei abzogen, beeinflusste so manche Speed Metal Band der heutigen Zeit. Interessante Auffälligkeit am Rande - das Vorgehen, die Worte des Titelsongs an seinem Ende vehement zu repetieren, mündete ein Album später in einem Alltime-Classic der Metalgeschichte. Dave Mustaine mag heute vielleicht etwas verbrutzelt im Hirn sein, aber musikalisch machte er sich schon mit diesem Grundstein auf den Weg nach ganz oben. Wie er das sieht, kann man ja immer mal wieder in "Some Kind Of Monster" nachschauen …
Außerdem: Wer immer noch keine dicken Euros für eine Originalpressung ausgeben will und hofft, hier endlich wieder die Originalversion des seinerzeit entfernten Lee Hazelwood-Cover "These Boots" zu hören … tja, der schaut leider wieder in die Röhre. Die hier vertretene Version geht textlich offensichtlich einen "Mittelweg" und ist auch tontechnisch tiefer gelegt. (sw)

8,5/10