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METAL CHURCH - Damned If You Do

VÖ: 07. Dezember 2018
Nuclear Blast

Ich habe während der diversen Durchgänge, die mich dieses Album nun begleitet, oft an eine gut geölte Maschine denken müssen. Bei dem verhaltenen Intro von "Damned If I Do" beginnend, durch das ganze Album hindurch, ist man weggeblasen von der innewohnenden Kraft der Songs. Zu einem guten Teil liegt das an der unglaublich guten Fraktion an Bass und Schlagzeug. Mit Stet Howland an den Drums, ehemals bei WASP tätig, hat man einen absoluten Glücksgriff getan. Er knüppelt die Felle seiner Drums, als wenn es kein Morgen gäbe. Besonders schön dabei ist die Tatsache, dass, obwohl allseits präsent, nie der Eindruck entsteht, die Drums stünden im Vordergrund, sie ermöglichen nur diesen vorantreibenden Sound, geben den richtigen Druck. Zum anderen Teil liegt es an den über alles erhabenen Fähigkeiten der Gitarristen, phänomenale Riffs, in fast jedem Song ein Instrumentalteil, in dem sie sich austoben dürfen, nie zu viel, immer songdienlich. So wird an den richtigen Stellen Tempo heraus genommen, damit bei Wiederaufnahme der Fahrt, ein Refrain so richtig ins Ohr knallt. So zum Beispiel bei "Revolution Underway", eine Hymne, die kaum besser zu komponieren geht. Zuletzt sei genannt, um die Bewertung komplett zu machen, Mike Howe, 2015 zurückgekehrter Sänger der Band. Die Metalwelt darf dankbar sein, dass er aus dem Ruhestand zurückgekehrt ist. Ich kenne nicht viele Sänger, die in ihrer Stimme so variabel sind, von aggressiv fordernd bis melodisch songdienlich kann er so ziemlich alles singen, auch in den höheren Tonlagen. Über allem schwebt eine wirklich geniale Produktion des Albums. Zu jeder Zeit knallt die Mucke aus den Boxen, klingt nie überladen, ist immer gut akzentuiert. Metal Church bescheren uns zum Jahresende eines der besten Alben des Jahres, im März diesen Jahres taten es Judas Priest und ich finde ein Vergleich ist hier angebracht. Beide Alben haben mir das Vertrauen in die alten Helden wiedergegeben, musikalisch will ich für mich keinen Favoriten entscheiden, aber in der Produktion haben Metal Church die Nase vorn. "Damned If I Do" ist ein echt geiles Brett! (stl)

9/10