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MIDNIGHT - Sweet Death And Ecstasy

VÖ: 15. Dezember 2017
Hells Headbangers

Ach, schön wenn man einfach nichts zu tun hat, da macht mein Handy auf sich aufmerksam: "Ihre Online Bestellung steht zum Abholen in unserer Filialie bereit", kurz in die Stadt mit dem Fahrrad und die Barbie-Traumvilla abholen. Schnell erledigt, denke ich, da meldet sich wieder mein Handy: "Denkst du bitte an das Midnight Review, heute ist letzter Abgabetermin, das Label hat schon nachfragt". "Scheisse" rutscht mir raus, was meine Tochter mir gleich vorhält, das darf man nicht sagen.
Die neue Midnight auf den MP3 Player gezogen (ja, die gleiche Situation hatten wir letztes Jahr schon einmal), auf das Fahrrad gesetzt und hinein in den schönen Winterabend, welcher sich als elendiger Scheisskerl aus Regen und Sturm erweist, nach fünf Minuten bin ich genervt und durchnässt bis auf die Knochen, "Crushed By Demons" ist mit 6:30 Minuten ungewöhnlich lang, die Midtempo Nummer lässt meine Laune auch nicht wirklich besser werden, nicht schlecht, haut mich aber nicht um. "Penetratal Ecstasy" geht flott nach vorne und lässt mich das Wetter vergessen, das wäre der bessere Opener gewesen. Den Weihnachtsmarkt umgehe ich lieber, nachdem mir die ersten blinkenden Hirschgeweihe entgegen kommen, das brauche ich jetzt so nötig wie Haarausfall. "Here Comes Sweet Death" ist wie der Opener wieder lang und im Midtempo angesiedelt, gefällt mir aber besser, ist da ein Bathory-Einschlag zu hören? Ungewöhnlich, aber cool. Bei der Abholstation angekommen, rutscht mir wieder ein "Shit" heraus, nachdem ich das Paket erblicke, was die Verkäuferin mit "Gesundheit" kommentiert, das Ding ist groß wie ein Kühlschrank, keine Chance, dass mit dem Fahrrad zu tranportieren, also mache ich mit meiner Frau aus, dass sie mit dem Auto kommen muss, damit wir es in den Kofferaum verladen können. Die flotten "Melting Brain" ,"Rabid!" und "Bitch Mongrel" sind dann Midnight, wie ich sie mir wünsche. Motörhead, Venom, Punk, NWOBHM, dreckig und auf die Zwölf, herrlich. Nachdem ich das Paket nach unten geschleppt habe, bekomme ich Magenkrämpfe, das muss der Stress sein, ich frage eine Dame in der Parfüm Abteilung, wo die Toiletten sind. "Gleich neben der Abholstation" entgegnet sie, oh Mann, leck mich am Arsch, und wieder nach oben. "Poison Trash" ist mein Highlight, schnell, schnörkellos, das setzt neue Kräfte frei. Bis zu meinem Ziel muss ich jetzt nur noch den Weihnachtsmarkt überqueren, das "nur" vergessen wir mal ganz schnell, ich kämpfe mich mit dem Paket durch die Menschmassen, werde von Wolfgang Petry und Chipmunks-Weihnachtsliedern beschallt, oh Herr gib mir Kraft. "Before My Time In Hell" erklingt, wie passend, zum Schluß nochmal Midtempo, aber geil, Soli, schöne Gitarrenmelodien, guter Abschluß. Bei einer Glühweinbude ruft mir ein Kollege "schau mal, der hat sich ein Barbie Haus gekauft " lachend hinterher, ich schaue ihn an und entgegne "Neidisch? Siehst auch so aus, als würde es besser zu dir passen, als zu meiner Tochter". Ich denke, als er bemerkt, dass der Regen auf meinem hochroten Kopf verdampft, wird ihm klar, dass es wohl besser ist, jetzt ruhig zu sein. Paket abgeliefert und dabei das Review geschrieben, irgendwie, also die neue Midnight braucht ein paar Umdrehungen mehr, die erste Hälfte zündet nicht sofort, die zweite dann aber umso besser. Und Heiligabend dann die Barbie-Traumvilla aufbauen und "Sweet Death And Ectasy" hören - das ist doch mal Metal oder? (tf)

8/10