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MINISTRY - AmeriKKKant

VÖ: 09. März 2018
Nuclear Blast

Ministry sind zurück! Und es wird wieder scharf geschossen. Nach den grandiosen Anti-Bush-Alben, war nur noch abzuwarten, wann in der heutigen Zeit ein neues Album herauskommt. Letztes Jahr durfte ich schon beim With Full Force Festival mit "Antifa" den ersten Song des Albums live erleben. Ganz ohne Single-Ankündigung, Musikvideo oder Streaming, wurde "Antifa" bei der Sommer-Tour 2017 auf die Welt losgelassen. Und der Shitstorm begann. Bei mir hat sich ein dickes Grinsen von einem Ohr zum anderen gezogen, als ich im Refrain "we are the Antifa" gehört habe. Was ist nur aus dieser Welt geworden, dass Mr. Al Jourgensen mittlerweile schon mit solchen Zeilen schocken kann? Egal, Hauptsache er macht es! Das Album geht natürlich, wie könnte es auch anders sein, erstmal mit ein paar Trump-Samples los. Schön lang gezogen, klingt das noch schlimmer. Danach kommen erstmal zwei Acht-Minuten-Stücke. Al hat halt ein wenig zu erzählen. Musikalisch ist es jetzt noch nicht so hart, wie ich es erwartet hätte. Eigentlich gar nicht, fast nur Gescratche und Samples in der Loop. Mit "We're Tired Of It" kommt dann ein ordentlich flottes Stück mit Wut in den Vocals. Das ist das, was ich von Ministry in einer Trump-Periode erwarte. Schöner Song. "Antifa" und "Game Over" machen auch gut Druck, sonst ist der Fokus aber eher auf lange und langsamere Stücke gelegt.
Al ist mal wieder wütend und scheut sich nicht davor, Fans zu verlieren. Aber wer nach diesem Album nur wegen des Inhalts gehen sollte, hat wohl vorher schon nie richtig hingehört. Musikalisch hätte ich mir ein bisschen mehr flottes Industrial-Geballer gewünscht. Alleine das Cover und das ordentliche Herumstampfen, egal, welche Füße darunter kommen, machen das Album aber schon zu einem Muss. (kdz)

7/10