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MISANTHROPE MONARCH

Regress Of The Saturnine Chapter

VÖ: 07. Juli 2017

Schwere Geburt. Es grenzt fast an ein Wunder, dass es das Misanthrope Monarch-Debüt fast drei Jahre nach der ersten vielversprechenden EP endlich ans Tageslicht geschafft hat. Die Suche nach einem Drummer war allgegenwärtig und zwischendurch musste auch noch ein neuer Sänger gefunden werden. Nun - in voller Besetzung - stehen die Zeichen auf Angriff! Der neue Schlagwerker Max klingt, als wäre er von Anfang an dabei, zaubert zwar, aber immer songdienlich und mit einem enormen Punch. Und dann Fronter Chris - ein wahrhaftiger Keiler, der weitaus mehr nach klassischem Death Metal klingt, als seine Vorgänger, in den besten Momenten sogar etwas nach good old "Barney" Greenway. Alles (für ein Debüt) erstklassig verpackt in neun vollwertige Death Metal-Kraftpakete (nebst zwei Intros), für die ich gerne wieder meine Beschreibung von damals nur so als Startschuss loswerden möchte - Suffocation auf Thrash und ohne Grind. Und jetzt, wo ich das Album zigmal durch habe, weiß ich, es ist mehr. Die klassische Ami-Death Metal-Keule (in "misanthropischer" Interpretation) gibt es beim Titelsong und dem durchs Internet bekannte "The Brotherhood Of Destruction". Der Opener "Usurping The Throne" verblüfft gar mit einer starken Thrash Metal-Schlagseite, "Cosmic Maze" im Gegenzug als apokalyptisch anmutende Rausschmeißer-Walze. Warum sich "The Omega Embrace" bei mir als kleiner Favorit herauskristallisiert hat, kann ich nicht mal genau sagen … vielleicht durch die dezenten Melo-Black Metal-Spurenelemente? Auch die beiden EP-Tracks passen sehr gut in den Albumkontext. Ja, hier tut sich etwas in den einheimischen Gefilden. Und was fällt im Gegensatz zu anderen Bands auf, die sich der Ami-Schule verschrieben haben? Hauptsächlich die Gitarrenarbeit und die damit einhergehenden dynamischen Songstrukturen. Die Gitarren braten hart und kernig, wie es sich gehört. Jedoch mit vielen kleinen Spitzfindigkeiten, die sich - oh Wunder! - besonders gut unter Kopfhörern erkunden lassen. Die interessant ausgearbeiteten Soli sind auch nicht zu verachten. Abgerundet wurde dieses in Eigenregie gewuchtete Debüt übrigens auch noch in eine Produktion, die eben nicht Standard ist und trotzdem (oder gerade deswegen?) international konkurrenzfähig drückt und ein klassisches CD-Layout, nicht unterscheidbar von Label-Produkten.
Ich habe mir jetzt genug die Finger wund getippt. Ihr habt doch begriffen, worum es geht - ihr sollt das Ding kaufen! (sw)

8,5/10