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MONOLORD - Rust

VÖ: 29. September 2017
RidingEasy Records

Monolord aus Göteborg haben sich in den letzten Jahren einen Platz im Herzen der Doom-Szene erspielt. Intensive Live-Shows auf den wichtigsten Festivals der Szene haben die Band aus der Metal-Stadt in Schweden schnell bekannt gemacht, wenn man bedenkt, dass die Jungs erst seit 2013 aktiv sind. Die Auftritte sind begleitet von einer enormen "Wall Of Sound" - die Atmosphäre dicht und schwermütig aufgeladen. Die große Popularität des Genres hat aber den Nebeneffekt, dass sich viele Bands in einem Einheitsbrei verlieren. Dies droht Monolord jedoch bisher nicht, denn "Rust" ist eine sehr interessante Mischung aus Elementen. In den atmosphärischen Phasen ein wenig vergleichbar mit Yob, im härteren Bereich geraten die Jungs in den Nahbereich des Sludge. Es ist die Art des Arrangements, die es schwierig macht, einzelne Songs separat zu betrachten. Ein ähnliches Phänomen besteht bei My Sleeping Karma oder der aktuellen Acid King - die Songs gehen nahtlos ineinander über und bauen aufeinander auf. Monolord sind auf "Rust" aber deutlich minimalistischer und direkter als ihre Genre-Kollegen. Die Tracks sind, mit Ausnahme vom eher experimentellen "Wormland", sehr geradeheraus, mit brutal schweren Riffs und einer wirklich guten, effektgeschwängerten Stimme. Sänger Thomas Jäger ist hier ein Beispiel für Vocals, die kein Selbstzweck sind, sondern essentiell für das ganze Songwriting des Albums. Das klingt selbstverständlich, ist es bei Judas Priest, Maiden und vielen Bands sicher auch, im Doom Metal aber eher nicht. Besonders deutlich wird das beim Ohrwurm "Dear Lucifer". Deutlich ist auch, dass Monolord auf "Rust" sauberer produziert wurden, was man nun mögen mag oder eben nicht. Monolord schadet diese leichte Politur nicht, denn hier ist der Fokus weniger auf einem gewissen Fuzz-Sound, mehr auf wirklich guten Riffs und interessanten Spannungsbögen. Es kann nicht genug gesagt werden, dass sich Monolord Riffs aus dem Kopf gesogen haben, die wirklich aus der Masse herausstechen. Die drei Schwedenjungs kreieren echte Ohrwürmer ohne profan zu werden. Fans von Dopelord oder Windhand werden hier besonders viel Spaß haben, "Rust" ist aber im Allgemeinen ein weit überdurchschnittliches Album. Gastauftritte von Trevor Church (Beastmaster) und John Gamino (Mondo Drag) komplettieren die Reise. Für viele sicherlich eines der besten Alben des Genres in diesem Jahr. (jh)

9/10