Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

MONSTROSITY - The Passage Of Existence

VÖ: 07. September 2018
Metal Blade

Böse Zungen mögen behaupten, dass Monstrosity nur deswegen so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil sich mal ein gewisser George "Corpsegrinder" Fisher auf dem Debüt austobte und trotz Weggang zu Cannibal Corpse auch noch das Zweitwerk "Millenium" (1996) einbrüllte. Fakt ist aber, dass das Debüt "Imperial Doom" (1992) bei einem nicht gerade unwesentlichen Teil der Death Metal Szene einen immens hohen Stellenwert besitzt und man sich qualitativ immer (ja, immer!) auf die Florida-Monströsität verlassen konnte - egal, welches Line Up denn nun gerade zu Werke ging.
Fakt ist auch, dass es einen Aufschrei gab, als urplötzlich neues Monstrosity-Material angekündigt wurde, welches nach einer elfjährigen (!) Wartezeit nun in Form von "The Passage Of Existence" höchstwahrscheinlich eines der Death Metal Highlights 2018 präsentiert. Und die Herren um Urmitglied und Schlagzeug-Monster Lee Harrison lassen sich nicht lumpen. Zwölf Songs in knapp 58 Minuten sind eine Herausforderung und die Belohnung ist hoch. Feinster Florida Death Metal, technisch brillant umgesetzt, songwriterisch anspruchsvoll, dennoch hart und massiv wie ein Dampfhammer, zeitgleich fast schon virtuos in der Saitenkunst ohne frickelig zu werden. Ein schmaler Grat, den eben nur Könner drauf haben. Was allein in den mit Sicherheit drei Dutzend Soli passiert, ist der Wahnsinn … und ich rede hier nicht von emotionslosem Scalen-Gefiedel der Neuzeit. Hier denken die Erschaffer der Welten noch mit und führen ihre Songs zu neuen Sphären. Überhaupt die Songs an sich. Hier muss nicht alles auf Krampf zugeblastet werden. Tempowechsel hier, Thrash-Beats da, Doublebass mit Handkuss - und wir alle wissen, wie ultrapräzise Nähmaschinen-Drummer Lee ist.
Das "Fehlen" von einem oder zwei Ausreißern nach ganz oben ist im Falle "The Passage Of Existence" sogar gut, denn so hält sich das Qualitätslevel durchweg auf einer Linie und erschafft eine Langzeitwirkung. Da ist es im Endeffekt egal, ob einem direkte Geschosse wie "Radiated", "Solar Vacuum", "Eyes Of The Abyss" oder "Eternal Void" um die Ohren fliegen, man tief bedrohlich der "Dark Matter Invocation" beiwohnt, oder sich den leicht progressiveren "The Proselygeist" und "Maelstrom" hingibt.
Am Ende steht ein Death Metal Statement, mit dem so mancher nicht gerechnet, aber inständig herbeigesehnt hat. Welcome back! (sw)

8,5/10