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MOONTOWERS - The Arrival (EP)

VÖ: 15. Juni 2018

Bandinfos zitiere ich immer gerne … wenn sie Recht haben.
"Am Anfang war das Riff." und "Moontowers kleinster gemeinsamer Nenner stellt musikalisch das schon erwähnte Riff dar, mit dem Toni Iommi bekanntlich den Heavy Metal erfand.".
Na, endlich spricht es jemand aus. Denn wo andere noch über Seventies-Muff, Okkult Rock und Proto Metal als Startschuss diskutieren (eigentlich sind eh Elvis und der Blues schuld …), kennen Moontowers die unumstößliche Wahrheit. Mit Black Sabbath begann der richtige, rifflastige Heavy Metal - Punkt!
Aber bei solch belesenen Metalheads wie Metal Inquisitor-Drummer Havoc (hier unter dem Namen "Kratz") und Desaster-Axeman Infernal ("Kuschke") habe ich auch nichts Anderes erwartet. Die beiden hatten einfach mal Bock, wie man so schön sagt, und fanden nach kurzen Proben in Bassist Baulig (Secutor) und Sänger/Gitarrist Dommermuth (Blueside) weitere Mitstreiter für eine neue Koblenz-Connection, die interessante Metal-Wege geht. Diese - und das nur ganz nebenbei - haben aber nichts mit Dan Swanös erster Solo-Scheibe "Moontower" gemein. "The Cold And Mighty Ale" ist ein amtlicher Groover mit basischen Riffs, die durch den starken Sound auch ordentlich knallen. Die Band wird mich wahrscheinlich lynchen, wenn ich als Vergleich "2 x 4" von Metallica anführe, aber der Rhythmus geht ähnlich in die Knochen … nur eben mehr Metal in der Muttermilch. "Farewell" schraubt ein wenig zurück, hat titel- und textmäßig etwas epischeres Flair, bleibt aber im Kern für den gestandenen Headbanger. Genau dazwischen mäht "Strike 'Em Down" im gestreckten Galopp über die Steppe und überrascht nicht nur mit einem unkonventionell gesungenen Refrain (dadurch zum Aufmerken anregt), sondern auch einem Rock-lastigen Solo, dass man fast Whiskey-getränkte Motörhead-Luft riechen kann. Für mich der beste Song und ja, ich bin für meine Speed-Affinität bekannt. Das etwas Spezielle am Moontowers-Sound dürfte der Gesang von Dommermuth sein, der erst mal nicht mit klassischen Sängern vergleichbar ist. Kraftvoll, "laid back", nicht perfekt und eigenwillig - also genau das, was auch die Band ausmacht und das ist in erster Linie Authentizität und uneigennütziger Spaß an der Sache. Da kann man auch einfach mal die Heimat mit den "Der Herr der Ringe"-inspirierten Texte kreuzen und für das Cover das "Deutsche Eck" nach Mittelerde verfrachten - oder eben anders herum. Man muss sich halt nichts beweisen. Mehr Moontowers-Material wird es aber trotzdem geben. Es steht schon Gewehr bei Fuss, "The Arrival" ist der erste Appetizer. In der Hoffnung (halben Überzeugung), dass da also noch mehr schlummert, drücke ich noch einen halben Zähler rein. Lasst mich nicht hängen.
Zu beziehen ist die EP über die Bandcamp-Seite oder natürlich über den obligatorischen Facebook-Weg.(sw)

7,5/10