Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

MORBID ANGEL - Kingdoms Disdained

VÖ: 01. Dezember 2017
Silver Lining Music

Eine Sache einfach mal vorweg: Ich hasse diese Zeiten, in denen Labels ihre Neuerscheinungen nur zum Streamen zur Verfügung stellen. Normalerweise klinke ich mich da sofort aus. Leider war meine Neugier hier doch zu groß, so dass ich mich auf diesen "Mist" einließ. So, nun zur neuen Morbid Angel...
Morbid Angel zählen ohne jeden Zweifel zu den Bands im Death Metal Genre, die mehrere absolute Meilensteine zu verantworten haben. Leider sägen sie auch, gerade aktuell, fleißig an ihrem eigenen Thron. Sei es, durch ständiges Line Up-Gerödel oder merkwürdige Tourabsagen. So hatte sich doch eine gewisse Skepsis bei mir breit gemacht, ob man hier nicht schwer enttäuscht werden würde. "Piles Of Little Arms" startet allerdings erst mal mit den typischen Trademarks, welche die Jungs aus Florida einst so mächtig werden ließen, kommt dann aber über guten Durchschnitt nicht hinaus. "D.E.A.D." bringt mir dann zu viel Chaos auf die Matte, bevor die Scheibe mit "Garden Of Disdain" schwer massiv an Fahrt gewinnt. Erinnert mich an die "Domination"-Phase und gefällt mir schon besser. Aber da geht sicher noch mehr, oder etwa nicht? "The Righteous Voice" ist dann der herbeigesehnte Befreiungsschlag. Drückend, einem die Luft raubend, kommen die ersten Töne aus den Speakern, bevor totale Todesbleikunst, inklusive typischer Trey-Soli, die Szenerie beherrscht. Fuller bearbeitet seine Drums sehr präzise und lässt Vergleiche mit Sandoval oder Yeung gar nicht erst aufkommen. Mister Tucker muss mal wieder einen der besten Shouter der gesamten Death Metal Welt ersetzen und das macht er erneut beachtlich. Er besitzt nicht ganz so viel Deutlichkeit und Charisma in der Aussprache bzw. Stimme, aber dennoch sehr amtlich.
Mit "Architect And Iconoclast" haben die morbiden Engel sich so langsam warm geballert, und gerade Parts wie der vorhandene Mittelteil, können dies immer noch mit Bravour. Allerdings kommen auch die Schwächen der neunten Morbid Angel Scheibe zum Tragen: Ich hätte mir manchmal mehr Flow in den Songs gewünscht, und so kommt einiges etwas verfahren auf die Welt. Nach "Paragidms Warped" kommt mit "The Pillars Crumbling" wieder ein vertracktes Stück, welches aber gerade durch Tuckers zweistimmiges Shouten recht cool rüber kommt.
"For No Masters" startet dann als Mega-Nummer: Brutal, niederschmetternd und pechschwarz. Geiles Ding in top Sound (Erik Rutan!). "Declaring New Law" ist nett, wird aber vom folgenden Song "From The Hand Of Kings" zu Staub zermahlen. Für mich der Killer des Albums, totaler Knaller! Was sagt nun das Schlusslicht "The Fall Of Idols"? Fuck, schmettert mit ultrageilem Bass-Sound auch alles an die Wand! Hätten die Jungs überall so abgeliefert, wie bei den zwei letzten Nummern, hätte ich alles gezogen, was geht. Selten zwei so bockstarke Rausschmeisser auf einer Scheibe gehört und es sind immer noch beachtliche Punkte über! (oem)

8,5/10