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MYSTIC PROPHECY - Monuments Uncovered

VÖ: 12. Januar 2018
Massacre Records

Ein bewährtes Mittel für den zwanglosen Gedankenaustausch ist der sogenannte Stuhlkreis. Alle Teilnehmer sitzen im Kreis auf einem Stuhl und im besten Fall gibt es auch noch einen Sprechstein. Wer den hat, darf reden, alle anderen sind zum Schweigen verdammt. Eigentlich eine schöne Sache und jedes Mal, wenn ich daran teilnehme, ist ein Vollhonk dabei, der genau das wiederholt, was der vor ihm Redende gerade gesagt hat, nur um etwas zu sagen. Vollkommen überflüssig und ein wahres Ärgernis. Genauso verhält es sich mit einem Coversong, entweder füge ich etwas Neues, Wichtiges hinzu oder ich schweige besser. Mystic Prophecy hätten besser geschwiegen, weil sie nichts Wesentliches zu den gecoverten Songs hinzufügen, sondern - im Gegenteil - durch bloßes Übersuppen mit Metal-Ingredenzien den Songs ihre Seele rauben. So etwas sollte unter Strafe stehen. "I'm Still Standing" ist ein perfekter Popsong, der sogar mir ein Fußwippen abverlangt, Rhythmus ist inne wohnend. So etwas sollte man nicht mit Metal zukleistern, es sei denn, man heißt Firewind und covert "Maniac" - da ist es gelungen. "Because The Night", über alle Genregrenzen hinweg eine Übernummer, lebt von der Stimme der begnadeten Patti Smith und die hat Mystic Prophecy Sänger Liapakis nun mal leider nicht. "Space Lord" von Monster Magnet und "Get It On" von T.Rex zu covern, ist klare Majestätsbeleidigung. Beide Songs sind nun mal so, wie sie sind - eine Klasse für sich. "You Keep Me Hanging On" geht, wahrscheinlich weil es der erste Song der CD ist. Da ist man noch nicht gelangweilt.
Wenn man Monumente covert, sollte in jedem Fall mehr Einfallsreichtum vorhanden sein, als bei Mystic Prophecy. Finger weg von diesem Album. (stl)

4/10