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NACHTBLUT - Chimonas

VÖ: 17. Oktober 2014
Napalm Records

Welcher Teufel mich im Mai 2012 beim Vorgängeralbum "Dogma" geritten hat, weil ich damals auf ganze 7 Punkte bekommen bin, lässt sich heute nicht mehr genau klären.
"Chimonas" knüpft jedenfalls nahtlos an eben diesen Vorgänger an und liefert die bekannte und banale Mixtur aus Eisregen und Cradle Of Filth, garniert mit etwas Rammstein ("Kalt wie ein Grab") und auch mal einer Schunkelmelodie ("Wien 1683").
Um mal mit dem Positiven zu beginnen: Die Osnabrücker Band scheint tatsächlich 100%ig hinter dem zu stehen, was sie hier wieder mal abliefert - Respekt für diesen konsequenten Mut. Außerdem ist die rein instrumentale Seite von "Chimonas" zwar alles andere als spannend, aber zumindest über weite Strecken ganz ordentlich. Was mir hier aber wirklich die Schuhe auszieht, ist der Gesang von Fronter und Dani Filth-Lookalike Askeroth - da möchte wohl jemand um jeden Preis böse wirken. Zu dumm nur, dass die deutschen Texten fast immer unfreiwillig komisch wirken - ich sage nur: "Dort wo die Krähen im Kreise fliegen, werden Du und ich Hand in Hand gehen." Autsch!
Gerade die ruhigen Titel wie "Gott sein" oder "Und immer wenn die Nacht anbricht" legen zudem die eklatanten gesanglichen Schwächen des Fronters offen - ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie das wohl live klingen mag. Aber zumindest, wenn es etwas schneller und schwarzmetallischer wird ("Schwarz") und der Gesang etwas unverständlicher, ist es wieder halbwegs ordentlich - aber das kann ja nun auch nicht das Ziel sein.
Wie heißt es so schön im stampfenden "Märchen": "Bitte bitte lass dies ein Märchen sein." - Leider ist das hier aber die bittere Realität ... (maz)

5/10