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NACHTGESCHREI - Aus schwärzester Nacht

VÖ: 22. März 2013
Massacre Records

Während die ersten drei Alben der Frankfurter Miitelalter-Folk-Rocker von Nachtgeschrei noch nahezu im Jahrestakt erschienen, hat man sich für das vierte Werk "Aus schwärzester Nacht" fast zweieinhalb Jahre Zeit gelassen. Das liegt vielleicht auch daran, dass Sänger Holger Franz bereits 2011 seinen Ausstieg ankündigte. Was für so manche Band einen Rückschlag bedeutet, erwies sich im Falle von Nachtgeschrei letztendlich als absolut positiv, denn für den Posten am Mikro konnte man immerhin Mekong Delta-Fronter Martin LeMar gewinnen, der mit seiner überragenden Stimme dieses vierte Album weit aus dem sonst vorherrschenden Mittelalter-Mittelmaß herausführt. Und auch in Sachen Songs kann man absolut überzeugen. Vor allem das erste Viertel von "Aus schwärzester Nacht" punktet ausnahmslos: Der packende Opener "Sirene" reißt einen sofort mit und lässt so manchen Konkurrenten ziemlich blass aussehen, das in den Strophen etwas ruhigere "Die Geister, die ich rief" dreht mit seinem eingängigen Refrain erst so richtig auf, "Flamme" ist ein druck- und kraftvoller Rocker, während mich die leicht melancholischen Strophen von "Spieler" ein bisschen an die Gothic Rocker von Secret Discovery erinnert. Danach finden auch ein paar etwas ruhigere Töne den Weg auf dieses Album, wie das nachdenkliche "In meinem Leben", das sehr ruhige "Unter Deinem Licht" oder die kraftvollen Balladen wie "Der Ruf" oder "Als in Dir nur Leere war". Doch auch Freunde von Tavernen-tauglichen Partyhits wie "In die Schwärze der Nacht", einem rein instrumentalen Schunkler wie "Na Sdorowje!" oder flotten und kraftvollen Rockern wie "Am Ende der Zeit" und "Für alle Zeit" kommen voll auf ihre Kosten. Das Digipak wartet darüber hinaus sogar noch mit einer Akustikversion von "Herbst", sowie einem Orchestral Edit von "In die Schwärze der Nacht auf".
Für mich stellt "Aus schwärzester Nacht" das bisher beste Album der Frankfurter dar. Klasse Songs, Ausnahmesänger - Pflichtkauf für alle Mittelalter-/Folkfreunde. (maz)

8/10