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NAILED TO OBSCURITY - King Delusion

VÖ: 03. Februar 2017
Apostasy Records

Ohne Frage - die Anhängerzahl von Nailed To Obscurity hat sich seit dem letzten Alum "Opaque" aus 2013 (!) auf jeden Fall erhöht. "Schuld" daran ist natürlich besagtes, starkes Album, aber auch die Vielzahl an Live-Auftritten auf diversen Festivalbühnen (u.a. Wacken 2014, Summer Breeze 2015) und auch Einzelgigs mit z.B. Paradise Lost oder Arch Enemy. Da macht man sich eben Freunde. Den Rest dürfte/sollte "King Delusion" erledigen. Warum? Weil sich das dritte Album der Ostfriesen kompositorisch hin zu einem konkurrenzfähigen, internationalen Level bewegt. Der Form halber werfe ich mit Schubladen mal etwas freizügiger um mich - alte Opeth ohne Prog, Katatonia mit viel mehr Abwechslung und mehr Biss, sowie diverse Messerspitzen von Paradise Lost, (der weltoffeneren Seite von) Dark Tranquillity oder sogar ganz alte Nightingale. Ja, das höre ich alles aus "King Delusion" heraus und bekomme trotzdem (wie schon bei "Opaque") ein beeindruckend eigenständiges Album zu hören. Wie von Geisterhand wechselt die Band fließend zwischen den Parts und Emotionen, und die ausdrucksstarken Vocals von Raimund Ennenga gewinnen immer mehr an Format. Eigentlich empfiehlt sich die Band mit jedem der acht Songs (selbst mit dem fast in Sólstafir'schen Sphären wandelnden Intermezzo "Apnoea"), aber das straighte "Devoid", der Longtrack "Uncage My Sanity", der eröffnende Titelsong oder das mit Hit-Potential gespickte "Protean" sind allesamt Songs, mit denen sich Nailed To Obscurity sicher sein können, dass ihr Weg weiter nach oben zeigt …
... und das mit musikalischem Anspruch - möchte ich nur mal eben betonen. (sw)

8,5/10