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NASTY - Shokka

VÖ: 27. Februar 2015
BDHW

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass bei Nasty-Shows nicht mit Konfetti durch die Gegend geworfen wird. Violent Dancing und schnelle Eskalationen sind bei einer wütenden Meute wie Nasty vorprogrammiert. Dass sie es schaffen, diese Live Atmosphäre auch auf Platte zu verbannen, war genauso klar, wie die Tatsache, dass das neue Album alles andere als schlecht werden wird. "Shokka" zertrümmert Köpfe und bricht Elle und Speiche entzwei. 15 Songs und eine Spielzeit von unter 30 Minuten sind die Rahmenbedingungen für diese brutale Prügelattacke. Wer denkt, er hätte noch Zeit, seine Ärmel hochzukrempeln, hat verloren. Der Titeltrack ist ein Schlag direkt auf die Zwölf, nach der man gerne eine kleine Auszeit hätte. Nasty gestatten diese aber nicht und prügeln mit "No" weiter auf den eigentlich schon K.O. geschlagenen Zuhörer ein.
Der erste von zwei deutschsprachigen Songs der Belgier ist "Phönix", welcher mit einem klarem Gitrarrenintro überrascht. Die genretypischen langsamen Beatdown-Parts finden sich vor allem in "Fantasia", "Rebel With A Curse" oder auch am Ende von "Lying When They Love Us" wieder und verheißen nur weitere Schläge in die Magengrube. Aggression, Adrenalin und Gewalt - einfache Schlagworte und mit "Shokka" direkt auf den Punkt gebracht.
In "Politessenhass" bekommen - wie der Titel schon sagt - die Politessen eine klare Ansage, was die Truppe um Sänger Matthi von ihnen halten. Ob das vor dem nächsten Strafzettel schützt, sei mal dahingestellt. Dennoch - dem Ärger Luft machen, hat noch niemandem geschadet und tut der Seele gut. Kontroverserweise folgt dem Song direkt ein ruhig-melodisches Interlude, womit ich definitiv nicht gerechnet habe. Eine kurze Ruhephase, um zum nächsten Schlag auszuholen - ja! "Fire" prügelt auch die letzten Überlebenden dieses auditiven Massakers ins Koma. Das instrumentale Outro überrascht erneut. Hier werden mir musikalische Stärken aufgezeigt, die ich von Nasty nie erwartet hätte.
Nasty warten nicht an der nächsten Ecke darauf, dass sie eine bestimmte Person totprügeln können. Sie laufen geradewegs auf eine breite Masse zu und zerstören alles, was ihnen in den Weg kommt. Wer das Album auch nur im Ansatz versucht, leise zu drehen, hat verloren.
Alles in allem ist "Shokka" keine leicht verdauliche Kost und nicht unbedingt jedermanns Sache. Aber mit kleinen Überraschungen und einer genialen Riffling-Technik auf jeden Fall hörenswert. (lk)

8/10